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Junges Wandern

Wandern hat bei jungen Leuten nicht gerade das beste Image. Dabei überzeugt die Freizeitaktivität mit unterschiedlichen Facetten und kann zu einem richtigen Abenteuer werden. Die Vorsitzende der Deutschen Wanderjugend, Silvia Röll, räumt auf mit Klischees und erklärt vielmehr, warum man sich eine Wander-Tour nicht entgehen lassen sollte.

Silvia Röll, die Vorsitzende der Deutschen Wanderjugend, "on Tour".

In spießig roten Socken und Kniebundhosen bei zünftiger Volksmusik durch eine monotone Landschaft laufen – Jugendliche und junge Erwachsene haben oft kein gutes Bild vom Wandern. Im Gegenteil: Die Freizeitaktivität scheint sogar abschreckend auf den Großteil der 12- bis 27-Jährigen zu wirken. „Die meisten lehnen nicht das Wandern an sich ab, sondern das, was sie damit verbinden“, sagt Silvia Röll. Die Vorurteile seien in den meisten Fällen aber überholt, findet die Wanderexpertin: „Wandern ist viel mehr als von A nach B zu laufen. Man fühlt sich frei, kann vom stressigen Alltag abschalten und in der Natur entspannen.“ Denn Wandertouren seien auf keinen Fall langweilig, sondern ein großes Abenteuer,  welches Herausforderungen birgt. „Wenn wir auf langen Touren unterwegs sind, müssen wir uns beispielsweise einen Unterschlupf bauen, wenn es plötzlich stark regnet. Oft durchqueren wir auch spannende Wege, bei denen man nicht weiß, was sich hinter der nächsten Kurve verbirgt oder bewältigen kleine Klettersteige“, erklärt sie.

Vielfältige Wanderformen

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Wander-Formen: Barfußwandern, Radwandern, Skiwandern, Kanu-Wandern und Powerwandern sind nur einige Beispiele. Alle Aktivitäten haben eines gemeinsam: Es geht darum, unterwegs zu sein und ein Abenteuer mit Herz und Sinnen zu erleben. „Momentan ist Geocaching beliebt“, sagt Röll. Bei der modernen Form der Schnitzeljagd sucht man ausgestattet mit einem Global Positioning System (GPS)-Empfänger und Koordinaten aus dem Internet einen Schatz, den jemand an einem ungewöhnlichen Platz versteckt hat. Dabei wissen die Teilnehmer natürlich nicht, was sie am Zielort erwartet. „Das ist unheimlich spannend“, sagt Silvia Röll. Die 25-Jährige nimmt aber auch gerne an Teamwanderungen teil, weil die Teilnehmer dabei eine Menge Spaß haben und lernen, Verantwortung zu übernehmen. „Wir haben einer Gruppe einmal die Augen verbunden, sie im Wald ausgesetzt und mit einer Karte sowie einem Kompass ausgestattet. Dann mussten sie sich selbst zurechtfinden“, erzählt Silvia Röll. „Nach einigen Stunden kamen sie total aufgeregt und glücklich am Zielort an.“

Auszeit vom Alltag

Wandern wird oft mit einem Freiheitsgefühl verbunden. Man übernachtet unter freiem Himmel, kocht auf offenem Feuer, tanzt zusammen und weiß morgens nicht, wo man abends landet. „In einer Zeit, in der Hektik den Alltag bestimmt und wir jeden Tag mindestens 180 Prozent geben müssen, können wir beim Wandern besonders gut den Stress hinter uns lassen“, meint Silvia Röll. Für eine Wanderung müssen Teilnehmer zudem nicht lange trainieren, wie es beispielsweise bei anderen Sportarten der Fall ist. Ob man sich für das Wandern begeistern kann, erfährt man nicht, wenn man darüber nachdenkt. Deswegen sollte es jeder laut Silvia Röll einfach mal ausprobieren und sich bei dem örtlichen Wanderverein informieren oder kleine Touren selbst testen. Auf der Internetseite der Deutschen Wanderjugend  findet man zudem ausführliche Berichte zu den einzelnen Wanderformen. Die ganz Jungen können ihre Wanderkarriere mit einem Outdoorkid-Abzeichen starten, das vergleichbar ist mit dem Seepferdchen-Abzeichen beim Schwimmen. „Und natürlich stehen rote Socken und Kniebundhosen nicht auf unserer Kleiderordnung“, sagt Röll lachend.  

Informationen zum Wandern für Jugendliche und junge Erwachsene gibt es zudem unter folgenden Links:

www.wanderjugend-nrw.de

www.schulwandern.de

www.geocaching.de

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