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Drei Fragen an Dirk Kühnert

Dirk Kühnert, Leiter des Kompetenzcenters Sicherheit.
Dirk Kühnert ist der Leiter des Kompetenzcenters Sicherheit.

Sicherheit im öffentlichen Verkehr ist eine subjektive Empfindung der Fahrgäste. Objektiv können Verkehrsunternehmen jedoch auf eine Reihe von Maßnahmen zurückgreifen, die Sorge tragen, dass sich der Fahrgast sicherer fühlt. Dirk Kühnert, Leiter der Abteilung Innovation/Information bei der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR, gibt einen Einblick in die Arbeit der landesweiten Kompetenzcenters.

Herr Kühnert, der ÖPNV in NRW ist sicher, das belegen Statistiken. Den positiven Zahlen steht allerdings oft das subjektive Sicherheitsempfinden der Fahrgäste gegenüber. Was sind effektive Maßnahmen, um den Fahrgästen mögliche Ängste zu nehmen?

Fahrgäste fühlen sich immer dann sicher, wenn Personal an Bord ist. Unser Ziel ist darum der Nachweis,  dass motiviertes und gut qualifiziertes Personal nicht nur ein sicheres Gefühl gibt, sondern sich auch volkswirtschaftlich lohnt.

Eine weitere große Aufgabe sehen wir darin, die Menschen darin zu bestärken mehr Zivilcourage zu zeigen. Zurückblickend kann man sagen, dass mit mehr „gelernter“ Zivilcourage sich viele Vorfälle schon im Vorfeld hätten verhindern lassen.

Wo liegen die Schwerpunkte in der Arbeit des KCS in diesem Jahr? Wird es einen neuen Sicherheitskongress geben? Wenn ja, was sind die wichtigsten Themen?

Die Schwerpunkte des Kompetenzcenters sind unterteilt in regelmäßige Arbeiten und zeitlich begrenzte Maßnahmen.

Zu den regelmäßigen Arbeiten zählen wir die Vorbereitung  der etwa vier Sitzungen des landesweiten Arbeitskreises, in denen gemeinsamen Maßnahmen und Projekte besprochen und festgelegt werden. Die jährlich durchgeführten Qualifizierungsmaßnahmen zur Sensibilisierung von Mitarbeitern im ÖPV sind ebenfalls eine unserer konstanten Aufgaben.

Darüber hinaus stehen die Mitarbeiter des Kompetenzcenters beratend, begleitend oder koordinierend bei Projekten zur Verfügung.

In diesem Jahr zum Beispiel bei dem Pilotprojekt der länderübergreifenden Fußballzusatzzüge. Das Verkehrsministerium verfolgt hiermit das Ziel, dass alle Länder auf Dauer gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball-Liga für zusätzliche Fußballfanverkehre eine bundesweite Lösung finden und diese gemeinsam finanzieren.

Bevor wir es vergessen! Ja, einen Sicherheitskongress wird es in diesem Jahr auch geben. Die thematische Ausrichtung können wir aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt geben.

Technischer Fortschritt und Digitalisierung eröffnen neue Möglichkeiten – in der Vernetzung, im Austausch von Informationen, in der Überwachung von Fahrzeugen und Bahnhöfen. Wenn Sie einen Blick in die nähere Zukunft werfen: Was sind aus Ihrer Sicht die spannendsten Entwicklungen für Ihren Bereich?

                                                                                                                                                      Im Bereich des VRR bemühen wir uns um eine digitale Verknüpfung von Leitstellen mit unserer Datenbank zu sicherheitsrelevanten Vorfällen und der Möglichkeit Vorfälle dieser Art direkt über das Mobiltelefon vor-Ort zu erfassen.

Der technische Fortschritt durch W-LAN in Bussen und Bahnen macht zudem zukünftig einen schnelleren Austausch von Informationen auch bei den Sicherheitsinstanzen der Verkehrsunternehmen möglich.

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