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Mehr als nur "Gefällt mir"

Buscloud zu Social Media

Facebook und Twitter gehören zu den beliebtesten Social Media-Diensten. Kein Wunder: Zieht es die Unternehmen im ÖPNV dorthin, wo ihre Fahrgäste vermehrt anzutreffen sind. Doch das Social Web besteht aus weitaus mehr als nur „Likes“ und „Tweets“. Wir stellen eine Auswahl an Anwendungen und Möglichkeiten für Unternehmen vor.

 

 

Facebook

Die potenziell immense Reichweite macht Facebook zum festen Bestandteil des Social Media Marketings vieler Unternehmen. Nach Einbrüchen in der tatsächlichen, organischen Reichweite von Unternehmensseiten („Fanpages“) waren zuletzt jedoch ernüchternde Stimmen zu vernehmen. Rückläufige User-Zahlen, in (vermeintlich) deutlicher Diskrepanz zu den offiziellen Zahlen, sowie Veränderungen im Algorithmus des Newsfeeds sind erste Erklärungsansätze. Nicht zu verachten ist jedoch die Tatsache, dass Facebook von immer mehr Unternehmen für Marketingzwecke genutzt wird. Ausgehend davon, dass ein durchschnittlicher Facebook-User mit rund 340 anderen Nutzern befreundet ist, zusätzlich einer dreistelligen Zahl an Fanpages folgt, am Tag jedoch „nur“ 15 Minuten auf Facebook verweilt, lässt sich erahnen: Die Konkurrenz um Aufmerksamkeit ist enorm. Dennoch: Für einen serviceorientierten ÖPNV eröffnet Facebook eine Reihe von Möglichkeiten im Costumer Relationship Management.

Twitter

Vor allem größere Verkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen binden die Microblogging-Anwendung Twitter in ihre Kundenbetreuung ein – meist in Ergänzung zum Service via Facebook. Über den unternehmenseigenen Account können kurzfristige Fahrplanänderungen, Ausfälle und andere Neuigkeiten schneller als in den gängigen Medien publiziert werden. Die Beschränkung auf 140 Zeichen je Nachricht zwingt zur Präzision, geschicktes Anreißen von Neuigkeiten und Verlinkungen generieren zusätzlichen Traffic auf der eigenen Homepage.

Wichtig: Der Dienst unterliegt eigenen Funktionsmechanismen und Konventionen. Informationen, die über Facebook geteilt werden, können ebenfalls via Twitter ihre Verbreitung finden, eine eigene Ansprache und adäquate Aufbereitung sind jedoch Pflicht. Automatisierte Status-Weiterleitungen von  Facebook auf Twitter wirken auf Dauer unpersönlich. Aktive Follower suchen den Dialog – und der findet mit Hilfe von Retweets und Direktnachrichten auf Augenhöhe statt.

Google+

Die Plattform des Internetgiganten gilt als zweitgrößtes soziales Netzwerk der Welt. 540 Millionen Nutzerkonten rund um den Globus zählt Google+, wobei die hohen Zuwachszahlen durch die Einbindung weiterer Google-Dienste wie Gmail oder der Videoplattform YouTube zu erklären sind. Als direkter Facebook-Konkurrent gilt Google+ als gescheitert: Im April 2014 versetzte Google 1.000 Mitarbeiter zu neuen Projekten. Eine Google+-Firmenseite kann sich dank der Vernetzung mit weiteren Google-Diensten lohnen: Sie generiert Traffic und im Ideal Follower, was sich wiederum auf die Platzierung im Suchanfragen-Ranking der weltweit einflussreichsten Suchmaschinen auswirkt.

YouTube

Jede Sekunde stellen Menschen aus aller Welt eine Stunde Filmmaterial auf der Videoplattform YouTube online. Eine Werbebotschaft, die sich in rasanter Geschwindigkeit verbreitet – das ist der Traum vieler PR-Manager und Öffentlichkeitsarbeiter. Klickzahlen in Millionenhöhe sind jedoch die Ausnahme. Abgesehen davon, dass einem guten Video eine gute Idee vorangeht: Unternehmen, die YouTube gezielt als Marketing-Kanal verstehen, agieren planvoll. Weil der Upload unkompliziert und vor allem kostenlos ist, und die Präsenz durchaus das eigene Google-Ranking beeinflusst,  kann es sich für Unternehmen lohnen, einen eigenen YouTube-Kanal zu unterhalten – selbst wenn die Anzahl eigener Videos überschaubar ist. Allerdings gilt es zu beachten, dass mit jeder Nutzerübermittlung an Youtube eine weltweite, nicht-exklusive und freie Lizenz einhergeht, die es dem Betreiber mitunter erlaubt, das Material für eigene Werbezwecke zu verwenden. Auch Dritte dürfen Videos herunterladen und verbreiten.

Tumblr

Facebook, Google+ und Twitter sind die großen Drei: Dahinter folgt tumblr, eine Plattform, die oft als eine Kombination von Blogging-Dienst und sozialem Netzwerk vorgestellt wird. Klassische Elemente eines Content Mangement Systems, das es erlaubt, Bilder, Texte, Videos und andere Formate zu implemetieren, verknüpft tumblr mit den Prinzipien des Teilens („reblog“) und Folgens („dofollow“). Urheber stellen ihre Werke mit dem Upload zur freien Verwendung zur Verfügung, weshalb andere Nutzer diese Inhalte im eigenen Blog übernehmen können. Durch permanentes Rebloggen, Hashtags und Favorisierungen entsteht ein Netz aus Empfehlungen, das Einfluss auf die Suchmaschinenergebnisse besitzt. Kleinere Unternehmen betreiben eine tumblr-Seite als Ersatz für eigene Homepages, größere Unternehmen konzentrieren die Inhalte ihrer Social Media-Kanäle. Da tumblr auf eine Kommentarfunktion verzichtet, gilt dieses Netzwerk als geschützter Raum. Einige Unternehmen verwenden die Plattform als Experimentierwiese für neue Inhalte.

Storify

Storify ist eine weitere (Mirco)-Blogging-Anwendung, die es erlaubt, Textbausteine und digitale Inhalte aus den sozialen Medien (Twitter-Tweets, YouTube-Videos etc.) per Drag and Drop zu einer Geschichte zu verweben. Diese Fundstücksammlungen lassen sich wiederum im eigenen Blog oder auf der eigenen Homepage einbinden. Häufige Verwendung findet Storify in journalistischen Formaten, wenn es beispielsweise darum geht, Nutzerreaktionen auf ein Ereignis zusammenzufassen. Aber auch Markenunternehmen nutzen den Sammeldienst: als Entwicklungstagebuch, als Chronik von Veranstaltungen oder als virtuelle Pressedokumentation.

Flickr

Zehn Milliarden Fotos in zehn Jahren – damit ist flickr das größte Online-Portal für Bilder. Nutzer stellen ihre fotografischen Werke gesammelt auf einer Seite dar. Durch eine entsprechende Verschlagwortung können Bilder in einer Stichwortsuche aufgefunden werden. Als Teil einer Marketingstrategie beteiligen sich auch Unternehmen an dem gigantischen Fotoalbum. Ob Vorstellung der neuen Produktpalette, Präsentation von Firmenveranstaltungen oder Blick hinter die Kulissen: Mit einer klaren Bildsprache trägt diese Form des visuellen Marketings zum Aufbau einer Identität bei. Verkehrsunternehmen können beispielsweise den neuen Fuhrpark in Szene setzen.

Pinterest

Ein weiteres soziales Netzwerk, das die Verbreitung von Bildern zum Prinzip hat, ist Pinterest. An gleich mehreren Pinnwänden können Nutzer Bilderkollektionen mit Beschreibungen heften. Für Unternehmen, die derzeit verstärkt in den Fokus der Pinterest-Betreiber rücken, eröffnen sich auch auf dieser Plattform Möglichkeiten des visuellen Marketings. Ansprechendes Bildmaterial kann über Links in den Beschreibungen Traffic auf der eigenen Website generieren.

Instagram

Als kostenlose App, die es erlaubt Bilder und Videos mit anderen Nutzern zu teilen, hat es Instagram zu einer der beliebtesten Anwendungen für Smartphones gebracht. Mehr noch  als Flickr und Pinterest lebt Instagram von der Interaktion mit anderen. Unternehmen nutzen die Sharing-App daher nicht nur, um visuelles Marketing zu betrieben. Im Zuge von Kampagnen werden User gerne dazu animiert, eigenen Content hochzuladen (Call-to-Action). Starkoch Jamie Oliver lädt ein, seine Rezepte nachzukochen, Modelabels fordern dazu, sich in der neuen Kollektion abzulichten. Die Deutsche Bahn suchte unter dem Hashtag #DBmobilundich die schönsten Schnappschüsse und Selfies mit dem Fahrgastmagazin DB mobil.

Foursquare/Swarm

Gute Restaurants, Ausgehtipps und Sehenswürdigkeiten führt der standortbezogene Dienst Foursquare zu einem großen Netzwerk aus Empfehlungen zusammen. ÖPNV-Unternehmen veröffentlichen ihre eigenen Tipps und virtuelle Reiseführer für einheimische und auswärtige Fahrgäste. Gleichzeitig lassen sich Kundencenter und andere Services auf virtuellen Karten verorten.  Die ursprüngliche Foursquare-Funktion, Standorte mit Hilfe so genannter Check-Ins zu teilen, wurde kürzlich in die eigenständige App Swarm ausgelagert. Für Unternehmen eröffnet diese Funktion weitere Möglichkeiten der Kundenbindung, indem sie beispielsweise die User mit den meisten Check-Ins (Majors) in einer Geschäftsstelle, Filiale etc. belohnen. Die Deutsche Bahn präsentiert beispielsweise die Majors der meist frequentierten 40 Bahnhöfe in Deutschland prominent auf ihrer Facebook-Fanpage.


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