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Über 20.500 Meerbuscher Schüler mit verkehrspädagogischen Projekten erreicht

02.01.2018

Was unterscheidet Meerbusch von anderen Städten? Im Bereich der Verkehrsprävention sehr viel – denn die Stadt kümmert sich vorbildlich um die verkehrspädagogische Ausbildung ihrer Schüler. Der wissenschaftlich anerkannte Erfolg: Weniger Unfälle mit Kindern im Nahverkehr, weniger Schäden durch Vandalismus, motivierte Jugendliche voller Selbstvertrauen und Sozialkompetenz.

Dafür arbeiten seit inzwischen 17 Jahren verschiede Partner in dem Projekt „Busbegleiter“ zusammen. Mitte Dezember traten 32 frisch ausgebildete Schüler aus der 8. Jahrgangsstufe aller weiterführenden Meerbuscher Schulen ihr Ehrenamt an.

Zahlen und Daten
Die Projektgruppe besteht aus Schulverwaltungsamt, Jugendamt, Elternbeirat, Kommissariat für Vorbeugung der Kreispolizeibehörde Neuss, allen weiter-führenden Schulen und der Rheinbahn. Gemeinsam haben die Partner im Jahr 2000 das Busbegleiter-Konzept entwickelt und ab 2002 die ersten Ju-gendlichen aus-gebildet. Seither absolvierten 615 Schüler der Maria-Montessori-Gesamtschule, des Mataré Gymnasiums, des Meerbusch-Gymnasiums, der Gemeinschaftshauptschule Osterath (bis 2012) und der Realschule Osterath die Ausbildung; ständig sind rund 100 Busbegleiter in den Fahrzeugen der Rheinbahn im Einsatz.   Einzigartig sind die Flächendeckung und Nachhaltigkeit der Verkehrsprävention: Meerbusch ist die einzige Stadt im Netz der Rheinbahn, die ihren jungen Bürgern an allen weiterführenden Schulen die Möglichkeit bietet, regelmäßig verkehrspädagogische Trainings zu absolvieren.     Das Projekt „Busbegleiter“ ist im Bereich der Primärprävention angesiedelt, arbeitet also vorbeugend und zielt darauf ab, die Ursachen für Unfälle und Auseinandersetzungen zu reduzieren. Es besteht aus drei Elementen:

  1. „Die Busschule“: Unfallpräventionstraining, in der 5. Klasse, bisher haben etwa 9.660 Schüler teilgenommen
  2. „Ohne Gewalt stark“: Gewaltprävention, in der 7. Klasse, bisher etwa 9.390 Teilnehmer
  3. „Busbegleiter“: Zivilcourage-Projekt, in der 8. Klasse, bisher 615 ausgebildete Ehrenamtler.

Insgesamt haben die Kooperationspartner also in diesem Jahr 1.065 Schüler und seit dem Start des Projektes im Jahr 2000 stolze 20.575 Schüler mit den drei Projekt-Bausteinen erreicht.

Was machen die Busbegleiter?
Die Busbegleiter sind zu zweit an Bord eines Busses, beobachten, was im Fahrzeug passiert, und helfen, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Sie sind auf Notfälle und Unfallsituationen vorbereitet. Ziel ist, die Sicherheit auf dem Schulweg zu erhöhen, indem die Schüler Streitigkeiten untereinander schlichten, Zivilcourage zeigen und selbst für eine friedliche Atmosphäre im Bus sorgen. Die Busbegleiter haben dabei eine zentrale Rolle: Sie sind Ansprechpartner für ihre Mitschüler und zugleich Kontaktpersonen zum Fahrer.

Wie läuft das Projekt ab? Nach der Vorstellung des Projekts in der Schule melden sich interessierte Jugendliche freiwillig für das Ehrenamt. Rheinbahn und Polizei übernehmen die Ausbildung. Die zweitägige Schulung auf dem Betriebshof der Rhein-bahn in Düsseldorf-Heerdt macht sie in folgenden Bereichen fit:

  • Konfliktlösung und Gewaltvorbeugung: höhere Sozial- und Handlungskompetenz, Sicherheit und Selbstvertrauen im Umgang mit Aggressivität und Gewalt, Verbesserung der kommunikativen Fähigkeiten (verbal und körpersprachlich), Streitschlichter-Techniken
  • Verantwortung und Zivilcourage: Gestaltung eines friedlichen sozialen Umfeldes, Übernahme von Verantwortung, Mut und Selbstvertrauen; bei Übergriffen nicht wegschauen, regelverletzendes Handeln unter Schülern thematisieren, Zivilcourage zeigen, Zeugen- und Helferverhalten fördern
  • Unfallursachen vorbeugen: elementare Regeln für das richtige Verhal-ten an der Haltestelle, beim Ein- und Aussteigen, während der Fahrt; Anwenden dieser Kenntnisse bei Fehlverhalten der Mitschüler
  • Richtiges Verhalten bei Unfällen und Notfällen: Handlungsabfolge bei Unfällen und Notfällen, Kennenlernen der Notfall-Einrichtungen im Bus (Feuerlöscher, Erste-Hilfe-Koffer, Fahrerfunk, Nothammer), Erlernen der wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Die Busbegleiter tragen einen speziellen Ausweis, damit Schüler und Fahrer
sie erkennen. In Problemsituationen sprechen sie die Mitschüler an und bitten notfalls den Fahrer um Unterstützung. Sie treffen sich in der Schule regelmäßig mit den anderen Busbegleitern und ihren Betreuungslehrern und arbeiten in den Projektkreis-Sitzungen mit allen Kooperationspartnern mit. Dadurch haben die Schüler stets die Möglichkeit für Rücksprache, Erfahrungsaustausch, Anregungen und Verbesserungsvorschläge. Ein jährliches Auffrischungstraining erweitert und vertieft die Handlungskompetenz der Busbegleiter.

Quelle: Rheinbahn

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