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Wirtschaft & Wissenschaft

KVB bilanziert erfolgreiches Geschäftsjahr 2015

05.07.2016

Die Kölner Verkehrs-Betriebe AG bilanziert ein gutes Ergebnis für das Geschäftsjahr 2015: 276,2 Millionen Fahrgäste nutzten im vergangenen Jahr die Busse und Stadtbahnen der KVB.

Die Steigerung um rund 1,1 Millionen Fahrgäste (+0,4 %) geht im Wesentlichen auf eine steigende Fahrgastzahl bei den Zeittickets für Erwachsene zurück. Zeittickets wurden 2015 von insgesamt 223,2 Millionen Fahrgästen genutzt, somit zwei Millionen bzw. 0,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Anzahl der Schwarzfahrer ging im vergangenen Jahr erneut zurück. Die KVB verzeichnete 2015 eine Schwarzfahrerquote von 2,3 Prozent (2014: 2,79 % / 2013: 3,28 %). Ursachen für den fortgesetzten positiven Trend sind die Ausweitung der Fahrscheinkontrollen und die Anhebung des Erhöhten Beförderungsentgeldes von 40 auf 60 Euro.

Durch die Tarifanpassung im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) um 2,8 Prozent konnte das Unternehmen die Verkehrserlöse um 2,5 Prozent auf 245,2 Millionen Euro steigern. Insgesamt erzielte die KVB in 2015 Umsatzerlöse von 256,3 Millionen Euro (251,2 Mio. Euro in 2014).

Das Unternehmensergebnis verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent. Mit einem Verlust von -88,4 Millionen Euro (Vorjahr -91,1 Mio. Euro) weist die Gewinn- und Verlustrechnung allerdings ein um 4,3 Millionen Euro besseres Ergebnis gegenüber dem Wirtschaftsplan aus. Im Rahmen des Organschaftsvertrags wird der Verlust durch die Stadtwerke Köln GmbH abgedeckt.

Der Aufwanddeckungsgrad verbesserte sich in 2015 um zwei Prozent auf 78,5 Prozent (2014: 76,5 %). Über Dreiviertel der Aufwendungen wurden in 2015 somit durch eigene Erträge der KVB gedeckt.

Die guten Ergebnisse der vergangenen Jahre werden auch mittelfristig nicht wiederholbar sein, weil die geplanten Investitionen (Qualitätssicherung der Infrastruktur, Investitionen in Stadtbahnfahrzeuge, neue Abstellanlage Stadtbahn in Köln-Weidenpesch, Neubeschaffung der Automaten) sowie die Entwicklung der Lohn- und Materialkosten das Ergebnis, wie bereits in den drei Vorjahren, auch in den kommenden Jahren mindern werden.

Mehr als jeder vierte Kölner nutzt die KVB täglich

Die Kundenbindung der KVB ist seit Jahren erfolgreich. Rund 304.000 Kunden nutzen regelmäßig die Busse und Stadtbahnen der KVB. Mehr als jeder vierte Kölner gehört also zu den Stammkunden. Für die KVB wird die Gewinnung und Bindung von Stammkunden auch in den nächsten Jahren ein wesentliches Ziel bleiben.

Der Verkauf von Bartickets hat 2015 um 2,7 Prozent zugenommen; 24,6 Millionen Fahrgäste (Vorjahr 24,0 Mio.) nutzten diese Ticketform. Im Vertrieb der Zeittickets verbesserte sich insbesondere erneut der Absatz von Zeittickets für Erwachsene. 141,5 Millionen Fahrgäste nutzen inzwischen diese Ticket-Form, ein Plus von 1,8 Prozent zum Vorjahr. Hingegen nahm der Absatz von Zeittickets für Auszubildende um 0,6 Prozent ab und umfasst 81,7 Millionen Fahrgäste. Des Weiteren konnten 10,3 Millionen sonstige Tickets, wie zum Beispiel im Bereich des NRW-Tarifs, abgesetzt und 18,1 Millionen Fahrgäste im übrigen Verkehr befördert werden.

Ein wesentliches Ereignis im Geschäftsjahr 2015 ist die UCCard, die die KVB gemeinsam mit der Universität zu Köln als elektronischen Studierendenausweis realisiert hat. Diese Chipkarte dient den 50.000 Studierenden der Universität nicht nur zum Bezahlen in der Mensa und zum Ausleihen von Büchern, sondern auch als Trägermedium des SemesterTickets.
Linie 17 und Leihradsystem erweitern das Mobilitätsangebot
Das wichtigste Ereignis für die KVB in 2015 war die Inbetriebnahme des südlichen Abschnitts der Nord-Süd Stadtbahn mit vier neuen, barrierefreien unterirdischen Haltestellen und einem neuen Verknüpfungspunkt mit der Ost-West-Achse an der Severinsstraße. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember entlastet die Linie 17 die Stadtbahn-Linie 16. Ihren vollen Verkehrswert wird die neue Linie 17 jedoch erst erreichen, wenn die gesamte Strecke der Nord-Süd Stadtbahn in Betrieb genommen werden kann.

Im Mai 2015 startete das Leihradsystem der KVB mit 950 KVB-Rädern. Das neue Angebot, dessen Bediengebiet inzwischen nennenswert ausgeweitet wurde, findet sehr große Akzeptanz in der Bevölkerung. Inzwischen werden die KVB-Räder täglich rund 2.000 Mal ausgeliehen. Die durchschnittliche Fahrtstrecke beträgt 1,5 Kilometer. Dies zeigt, wie wichtig das Leihrad zur Überwindung kurzer Distanzen und der sogenannten letzten Meile in der Kombination mit dem Bus- und Stadtbahn-Angebot ist.

Personalaufwand und Mitarbeiterzahlen

Die Zahl der Beschäftigten bei der KVB betrug zum Bilanzstichtag am 31.12.2015 insgesamt 3.319 Arbeitnehmer und 149 Auszubildende. Somit nahm die Zahl der Beschäftigten um insgesamt 76 zu. Die KVB bildet im kaufmännischen und technischen Bereich seit Jahren freiwillig über ihren Bedarf hinaus aus und leistet damit einen Beitrag für den Arbeitsmarkt und für die beruflichen Chancen der jungen Generation. Abgesehen von den Auszubildenden konzentrierte sich der Ersatz- und Neubedarf vor allem auf den Fahrdienst und die Betriebssteuerung.
Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2015 um 12,5 Millionen Euro auf 197,6 Millionen Euro (2014: 185,1 Mio. Euro). Ursache hierfür waren die Tariferhöhung zum 1. März 2015 um 2,4 Prozent und der höhere Personalbestand.

Hohe Investitionen in Gegenwart und Zukunft

Eine nennenswerte Investition hat die KVB mit dem Erwerb von acht batteriebetriebenen Gelenkbussen getätigt, die sich derzeit im Testbetrieb befinden und ab Dezember 2016 auf der Linie 133 eingesetzt werden sollen. Für den Erwerb der E-Busse wurden insge-samt 5,6 Millionen Euro investiert, von denen rund 1,9 Millionen durch das Land NRW getragen werden.

Für die Qualität und die Weiterentwicklung des Angebotes sowie die Erhaltung der Infrastruktur investierte die KVB insgesamt 104,2 Millionen Euro (2014: 116,4 Mio. Euro). Das Investitionsprogramm, das auch 2015 im Wesentlichen durch den Bau der Nord-Süd Stadtbahn, Ausbau und Erneuerungen im bestehenden Streckennetz, die Beschaffung und Generalüberholung von Stadtbahnwagen und Bussen bestimmt war, wird in den nächsten Jahren fortgesetzt. Dem Infrastrukturerhalt kommt dabei weiter eine zentrale Bedeutung zu.

Quelle: KVB

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