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Service & Organisation

Bonn: Stadtbahn-Haltestelle Stadthaus barrierefrei

01.12.2015

Die Zeit der Provisorien und der Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste an der Stadtbahn-Haltestelle am Stadthaus ist vorbei: Ende November machten Bürgermeister Reinhard Limbach, Heinz Jürgen Reining, Geschäftsführer SWB Bus und Bahn, Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH, und Bezirksbürgermeister Helmut Kollig den Weg zum neugestalteten, barrierefreien Haltepunkt offiziell frei: Sie zerschnitten ein Band als symbolische offizielle Einweihung.

Schon während der rund 13-monatigen Bauzeit konnte die Haltestelle seit Sommer wieder provisorisch in Betrieb genommen werden, und seit dem 11. November wird auch der Hochbahnsteig angefahren. Jetzt geht es für alle Fahrgäste, insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen oder Eltern mit Kinderwagen, leicht, bequem und barrierefrei in die Linie 66. „Damit sind alle Haltestellen der Stadtbahnstrecke von Siegburg bis zum Hauptbahnhof Bonn – bis auf den nur mit Holzbahnsteigen provisorisch barrierefrei hergestellten Bahnsteig in Bonn-Vilich – barrierefrei“, betonte der Bürgermeister. Dies gelte sowohl bei der Erreichbarkeit der Bahnsteige als auch für die Ein- und Ausstiege. Limbach: „Die Logistik bei dieser Baumaßnahme musste sehr ausgefeilt sein, da der zur Verfügung stehende Platz sehr begrenzt war. Ich danke daher allen am Bau Beteiligten ausdrücklich für die gute Umsetzung.“ Der Ausbau der Stadtbahn-Haltestelle "Stadthaus" erfolgte in enger Abstimmung mit der Behindertengemeinschaft Bonn.

1,6 Millionen Fahrgäste im Jahr nutzen die Haltestelle
SWB Bus und Bahn fährt die Stadthaus-Haltestelle täglich rund 220 Mal mit den Linien 66 und 67 an. Die Haltestelle ist mit etwa 5.500 Fahrgästen pro Tag ein zentraler innerstädtischer Knotenpunkt im SWB-Netz. Im Jahr nutzen insgesamt 1,6 Millionen Fahrgäste diese Haltestelle. „Wir nehmen die Wünsche unserer in ihrer Mobilität eingeschränkten Fahrgäste sehr ernst“, freute sich SWB Bus und Bahn-Geschäftsführer Heinz Jürgen Reining über die Fertigstellung der barrierefreien Haltestelle. „Die selbstständige Mobilität ist vielen Fahrgästen sehr wichtig. Denn Mobilität bedeutet Teilhabe. Dies unterstützen wir nachhaltig.“ Zudem biete der modernisierte Haltepunkt jetzt auch betriebliche Vorteile: Die Haltestelle kann sowohl von Hochflurfahrzeugen als auch von Niederflurfahrzeugen an jeweils eigenen Bahnsteigabschnitten angefahren werden. Bei betrieblichen Störungen der Linie 61/62 halten die Niederflur-Bahnen an der Stadthaus-Haltestelle. „Unser Dank gilt sowohl der Stadt Bonn für ihre Unterstützung als auch dem Nahverkehr Rheinland für die Förderung der Baumaßnahme“, ergänzte Reining.

Komplette Haltestelle samt Gleise erneuert
Im September 2014 begannen die Arbeiten, Anfang November 2015 konnten sie annähernd in der angesetzten Bauzeit beendet werden. Die Haltestelle wurde komplett einschließlich der Gleisanlagen erneuert. In der Gestaltung lehnt sie sich an die Haltestelle auf dem Bertha-von-Suttner-Platz an. Entstanden ist je Fahrtrichtung ein 40 Meter langer, 4,80 Meter breiter Niederflurbahnsteig, der auch als barrierefreier Zugang aus Richtung Innenstadt zum Hochflurbahnsteig dient und mit diesem durch eine Treppe und eine Rampe (Neigung: sechs Prozent) verbunden ist. Der Bodenbelag wurde in hellen Betonsteinplatten – wie auf der Haltestelle "Bertha-von-Suttner-Platz" – ausgeführt. Für Sehbehinderte wurden taktile Leitstreifen eingearbeitet.

An den  4,60 Meter breiten Hochbahnsteigen können die Stadtbahnwagen der Linie 66 in Doppeltraktion halten. Sollten künftig Stadtbahnen mit einer Länge von 75 Meter beschafft werden, wäre eine Verlängerung des Bahnsteigs möglich. Die beiden Hochbahnsteige sind zu etwa einem Drittel auf einer Länge von rund 22 Metern überdacht. Nur diese Länge war förderfähig und wurde bezuschusst, die Überdachung des Niederflurbahnsteigs hingegen nicht, daher musste die Stadt auf den Witterungsschutz in diesem Bereich verzichten. Die Elemente des Glasdachs wurden pultdachförmig angeordnet und mittels Abspannungen an den Stützen auf der Bahnsteigrückseite befestigt. Die Fahrleitungen wurden an insgesamt 12 Masten aufgehängt.

Neue Treppenanlage, neue Aufzüge
Zum Stadthaus über die Fußgängerbrücke und entlang der dortigen Ladenzeile gelangen die Fahrgäste entweder über eine vollständig erneuerte Treppenanlage oder über Aufzüge, die über Notrufanlage und Videoüberwachung verfügen. Notruf und Videoaufnahmen werden direkt auf die Leitstelle aufgeschaltet. Umgekehrt kann die Leitstelle auch direkt mit Personen in der Kabine Kontakt aufnehmen. Die alten Rolltreppen wurden abgerissen.

Baukosten und Finanzierung
Der Auftrag an die bauausführende Firma Strabag beläuft sich auf rund 5,4 Millionen Euro brutto. Die in der Ratsvorlage von September 2014 genannte Summe von 6,04 Millionen Euro beinhaltet Planungskosten und weitere flankierende Maßnahmen. Das Projekt konnte im beschlossenen Kostenrahmen und annähernd, d.h. bis auf wenige Tage termingetreu abgeschlossen werden.

Die Bau- und Planungskosten für den barrierefreien Umbau der Stadtbahnhaltestelle werden zum größten Teil aus der ÖPNV-Investitionspauschale des Landes finanziert. Die Förderzusage erfolgte durch den Zweckverband Rheinland (NVR). 

Quelle: SWB Bus und Bahn

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