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Wirtschaft & Wissenschaft

Kölner Dieselnetz: "DB in der Pflicht"

27.01.2015

Seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2014 erreicht den Nahverkehr Rheinland (NVR) eine Vielzahl von Kundenbeschwerden über die mangelhafte Qualität der Schienenleistungen auf den Strecken des Kölner Dieselnetzes. Als Betreiber des Netzes zeichnet sich DB Regio NRW verantwortlich.

Während der Betrieb bei der RB 30 (Bonn Hbf – Ahrbrück) stabil läuft, häufen sich bei den anderen Linien des „Kölner Dieselnetzes“ – dazu gehören die Linien S 23 (Bonn Hbf – Euskirchen – Bad Münstereifel), RB 25 (Köln-Hansaring – Gummersbach – Marienheide – Meinerzhagen), RE 12 (Köln Messe/Deutz – Euskirchen – Gerolstein – Trier Hbf), RE/RB 22 (Köln Messe/Deutz – Euskirchen – Gerolstein – Trier Hbf) und RB 24 (Köln Messe/Deutz – Euskirchen – Kall/Gerolstein) – die Kundenbeschwerden über Unpünktlichkeit, Zugausfälle und Minderkapazitäten.

Im Zentrum der Kritik stehen die neuen Dieselnetz-Fahrzeuge Coradia LINT 54 und 81 des Herstellers Alstom Transport. Bemängelt werden die Zuverlässigkeit, die Kapazität, aber auch der technische Zustand der sogenannten Vareo-Flotte. So verkehrten viele Züge nur als Einfach- und nicht als Doppeleinheit, andere Fahrten fielen ganz aus. Nach Intervention des NVR begründete der Betreiber DB Regio NRW die unbefriedigende Fahrzeugsituation mit hohen unvorhergesehenen Schadständen bei den Neufahrzeugen in Kombination mit externen Faktoren.

NVR pocht auf vertraglich zugesicherte Leistungen
Der NVR hat daraufhin zum wiederholten Male bei der DB Regio NRW auf den Einsatz der vertraglich festgelegten Kapazitäten gepocht und Dirk Helfert, Leiter Verkehrsbetrieb Rheinland der DB Regio NRW, zur Sitzung der NVR-Verbandsversammlung mit anschließendem Pressegespräch geladen. Laut DB Regio NRW treten in der Vareo-Flotte derzeit eine Reihe von Hindernissen auf, die den Instandhaltungsprozess erheblich erhöhen. „Gemeinsam mit dem Fahrzeughersteller Alstom suchen wir Lösungen, um die betriebliche Situation im Kölner Dieselnetz so schnell wie möglich zu stabilisieren. Dazu zählt insbesondere eine zügige Abarbeitung offener Gewährleistungsfälle“, so Dirk Helfert. Wenn die vertraglich festgelegten Leistungen von der DB nicht eingehalten werden, muss das Unternehmen an den NVR Strafgelder – so genannte Pönale – zahlen.

NVR erhöht Kapazitäten für die Eifelstrecke und die Strecke der Oberbergischen Bahn
Eine gute Nachricht gibt es für die Kunden der Eifelstrecke (RE 12, RE/RB 22 und RB 24) und der oberbergischen Bahn (RB 25): Die NVR-Verbandsversammlung hat beschlossen, neun zusätzliche vareo-Mittelteile zu finanzieren, damit DB Regio diese beim Hersteller Alstom bestellen kann. Damit können neun zweiteilige LINT 54 zu dreiteiligen LINT 81 mit einer Kapazitätserhöhung von 180 auf 300 Sitzplätze ergänzt werden. Somit würden die derzeit noch bestehenden Kapazitätsengpässe während der Hauptverkehrszeit der Vergangenheit angehören. Nach erster Einschätzung würden die umgebauten Fahrzeuge im Jahr 2017 zum Einsatz kommen. Die Finanzierung dieser Kapazitätserweiterungen erfolgt im Wesentlichen aus den im Jahr 2014 angefallenen Strafzahlungen der DB Regio an den NVR – wegen Nichterbringung der vertraglich zugesicherten Leistungen im Kölner Dieselnetz.

Quelle: NVR

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