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Wirtschaft & Wissenschaft

Im Gespräch: Prof. Dr.-Ing. Felix Huber, Bergische Universität Wuppertal

22.05.2014

Professor Felix Huber

Professor Felix Huber leitet das Fachzentrum Verkehr der Bergischen Univeristät Wuppertal

Am 10. Juli findet an der Bergischen Universität Wuppertal der mittlerweile 3. KarriereTagRail statt. Im Interview mit der Initiative Bahn erläutert Prof. Dr.-Ing. Felix Huber, Koordinator auf der Seite der Universität, was die teilnehmenden Aussteller erwartet und unterstreicht die Bedeutung der Veranstaltung.

Herr Prof. Huber, nach zwei erfolgreichen Veranstaltungen an der RWTH Aachen findet der 3. KarriereTagRail erstmals an der Bergischen Universität Wuppertal statt. Warum ist Wuppertal aus Ihrer Sicht der richtige Austragungsort für die Veranstaltung?

Zunächst das praktische Argument: Wuppertal liegt in der Mitte von NRW und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln für Studierende gut und günstig erreichbar. Dann das fachliche Argument: Der Verkehrsbereich hat sich an der Bergischen Universität Wuppertal in den letzten Jahren äußerst stark entwickelt. Wir bieten unter anderem allein zwei Lehrstühle im Öffentlichen Nahverkehr und in der Bahnsystemtechnik, haben den einzigen Güterverkehrslehrstuhl in Deutschland sowie ein Duales Bachelor-Studium – in Kooperation mit DB Netz, in dem Studierende sowohl studienbegleitend den qualifizierten Facharbeiterabschluss im Gleisbau als auch einen Bachelor im Bauingenieurwesen in acht Semestern erwerben können. Bei uns beginnen jedes Jahr fast 100 junge Leute das Studium des Verkehrswirtschaftsingenieurs. Durch die intensive Abstimmung unserer Lehrinhalte mit dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen bilden wir in Wuppertal mit universitärem Anspruch und Niveau passgenau für die Bahn-, Verkehrs- und Logistikbranche aus. Deren Unternehmen bietet sich hier ein Pool hoch qualifizierter  Absolventen.

Unternehmen der Bahn-, Verkehrs- und Logistikbranche bieten Nachwuchs- und Führungskräften attraktive Arbeitsbedingungen. Trotzdem gestaltet sich die Suche nach jungen Talenten für die Branche oft als schwierig – woran kann das liegen? Ist sie zu unbekannt? Was muss die Branche tun?

Gute Ingenieure zu finden, ist generell und nicht nur für Unternehmehen der Bahn- und Verkehrsbranche schwierig - trotz aller Bemühungen um die so genannten MINT-Fächer. Das Problem: Das Ingenieurstudium gilt als schwer und die Mathematik stellt leider für viele Abiturienten ein Ausschlusskriterium dar.

Und dann haben wir ein Imageproblem: Goutiert die Gesellschaft herausragende Ingenieurleistungen genauso wie naturwissenschaftliche? Gilt unser Arbeitsplatz als genauso „clean“ wie der der Mediziner? Verbindet man mit einem Ingenieur die Bildung eines Literaten oder Künstlers? Werden Ingenieure als so clever wahrgenommen wie Juristen? Verdient der Ingenieur, der ein Bauwerk schafft, so gut wie der BWL´er, der es anschließend verkauft? Entsprechend entscheiden sich noch zu wenige junge Menschen für ein ingenieurwissenschaftliches Studium. Dem Gegenüber steht der hohe Bedarf an qualifizierten Nachwuchskräften in der Bahnindustrie. Die Lösung besteht meiner Ansicht nach darin, die Qualität der deutschen Ingenieurausbildung hoch zu halten, den hohen Anspruch des Studiums und der Tätigkeit als Ingenieur zu kommunizieren und: die Leute gut zu bezahlen. Und bitte: Wissenschaftlicher Anspruch und ein gute Ausbildung gelten heute bei Praktikern oft als „wenig sexy“. Wir Ingenieure benötigen aber beides als „conditio sine qua non“, wenn wir in der gesellschaftlichen Wahrnehmung auf Dauer bestehen wollen. Wollen Unternehmen der Bahn- und Verkehrsbranche den akademischen Nachwuchs erreichen, müssen sie sich noch stärker als Arbeitgeber positionieren, die die Leistungen und Arbeit der jungen Leute schätzen.

Warum ist es für die Unternehmen so wichtig, am 3. KarriereTagRail NRW teilzunehmen?

Ganz einfach: Weil sie hier die jungen Leute kennenlernen können und werden, die die Zukunft ihrer Unternehmen darstellen.

Netzwerken zwischen Unternehmen und Studierenden wird auch beim 3. KarriereTagRail NRW wieder groß geschrieben. Sie kennen Ihre Studierenden gut: auf welchen Typ Gesprächspartner sollten sich Unternehmensvertreter einstellen?

Gerade die Studierenden der Verkehrsbranche wählen das Studium sehr bewusst. Das sind hoch motivierte „Überzeugungstäter“, die „etwas bewegen wollen“. Sagen Sie den jungen Leuten, welche Qualifikationen Sie von ihnen erwarten, und Sie werden ihre Freude an ihnen haben. Holen Sie sich die jungen Leute als „Duale“ in Ihre Betriebe und sie werden treue Mitarbeiter finden. Geben Sie ihnen eine spannende Aufgabe aus Ihrem Bereich – und auch Sie werden dann noch etwas lernen. Und noch etwas: wir haben Studierende des Bauingenieurwesens, der Elektrotechnik, des Maschinenbaus und angehende Verkehrswirtschaftsingenieure angesprochen. Es sollte also für jeden etwas dabei sein.

Mehr Informationen zum 3. KarriereTagRail NRW finden Sie hier.

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