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Wandern im Laufe der Zeit

Wandern ist heute eine weit verbreitete und beliebte Freizeitbeschäftigung – das war jedoch nicht immer so. Im Laufe der Zeit hat sich das Wandern stark verändert, insbesondere die Gründe für eine Wanderung waren früher ganz andere als heute. Eine kleine Zeitreise.

Gefährliche Wege

In früherer Zeit war das Wandern keine Freizeitbeschäftigung, sondern ein notwendiges Übel, um von A nach B zu kommen. Weite Strecken zu laufen war oft sehr gefährlich, weshalb die meisten Leute es so gut es ging vermieden. Es gab auch keinen Tourismus im heutigen Sinne. Dennoch gab es den ersten dokumentierten Wanderer bereits im Jahr 1336: Der Dichter Francesco Petraca bestieg damals mit seinem Bruder nur zum Vergnügen einen Berg. Danach wurde es lange still um das Thema Wandern.

Politisches Gehen

Erst während der Zeit der Aufklärung (etwa von 1650 bis 1800) kam das Laufen in der Natur in Mode. Es war eine gute Möglichkeit zum Nachdenken inmitten schöner Landschaften, was besonders die Schriftsteller jener Zeit nutzten.

Da Adlige zu dieser Zeit zumeist in Kutschen unterwegs waren und dabei wenig von der Natur mitbekamen, war es unter den Bürgern beliebt, im Gegensatz dazu durch die Landschaft zu wandern. Damit grenzte sich das aufstrebende Bürgertum von den Adligen ab, wodurch das Wandern auch zu einer politischen Betätigung wurde.

Die Anfänge des Tourismus

Das änderte sich in der Zeit von 1795 bis 1848, der Romantik. Die Maler der Romantik waren begeistert von schönen Landschaften, und die Gemälde, die sie erschufen, waren oft allgemein beliebt und bekannt. Dies führte dazu, dass es als schick galt, die Orte auf den Bildern auch einmal „in echt“ zu besuchen – der Tourismus war geboren. Grundsätzlich war es eine Zeit, in der viele Menschen sich für die Natur interessierten, und so auch für das Wandern in dieser.

Modernes Wandern

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden schließlich die ersten Wandervereine, die Wanderwege und Wegweiser errichteten sowie Karten erstellten. Im Jahr 1883 wurde in Fulda der Deutsche Wanderverband gegründet, die Dachorganisation der deutschen Gebirgs- und Wandervereine. Die Naturfreunde, gegründet 1895 in Wien, waren eine stark sozialistisch geprägte Gruppe und ermöglichten durch Errichtung günstiger Übernachtungsmöglichkeiten auch Arbeitern das Wandern. Etwa zeitgleich entstand die „Wandervogelbewegung“, die hauptsächlich aus jugendlichen Schülern und Studenten bestand, die gegen die damalige Gesellschaft rebellierten, indem sie die Städte verließen, um in der Natur zu sein.

Ausblick

Das Wandern hat sich also von einer gefährlichen Angelegenheit über eine politische Aussage zu einer allseits geschätzten Freizeitaktivität entwickelt. Heute gibt es immer wieder neue Wandertrends, wie etwa Geocaching oder Speed Hiking. Es wird spannend zu sehen, wie sich das Wandern in Zukunft weiterentwickeln wird.

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