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Thomas B. aus Aachen

Der traurige Busfahrer

Es gab Momente,
da hasste er seinen Beruf als Busfahrer.
Meist waren sie kurz
und überhaupt recht selten,
aber es gab sie.
Jede noch so kleine Verspätung
empfand er dann als persönliche Niederlage,
und wenn er eine Haltestelle zu früh erreichte,
fühlte er sich auch unwohl;
Denn dann musste er warten,
bis er wieder den Fahrplan erfüllte.

Wenn es ganz schlimm kam,
ärgerte er sich über jeden Passagier,
der aussteigen wollte,
anstatt mit ihm bis zur Endhaltestelle zu fahren.
Er wusste natürlich,
dass es nicht *seine* Fahrgäste waren,
sondern einfach Leute, die den Bus benutzten,
um zur Arbeit zu fahren oder zum Einkaufen,
er sah das alles ein.
Aber in solchen Augenblicken machte es ihn trotzdem
maßlos traurig.

Hätte man ihn dann gefragt,
wie er sich fühlte,
dann wäre ihm eine der Zielangaben
aus dem beleuchteten Kasten über der Windschutzscheibe
in den Sinn gekommen,
und zwar
„Ohne Halt”.

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