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ExtraFahrt! – der Nachbericht

Auch in diesem Jahr zieht sich eine literarische Blutspur durch die Hellweg-Region: Europas größtes internationales Krimifestival „Mord am Hellweg“ verwandelt das Ruhrgebiet mit über 150 Veranstaltungen in einen Prosa-Tatort – da darf ein Crime Express nicht fehlen! Am „Mord am Hellweg“ Familientag am 23.Oktober hieß es Bahn frei für mörderisch spannende Lesungen im ÖPNV.

Es gibt Menschen, für die gehören Gänsehaut, Schockstarre und kalter Schweiß zu einem unterhaltsamen Abend. Menschen, die sich im Regionalexpress erst dann gemütlich in ihrem Sitz zurücklehnen, wenn jemand ihnen Mordgeschichten brühwarm am Platz serviert. Am 23. Oktober konnte man diese Spezies in den Öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Dortmund und Hamm antreffen – in großer Zahl bevölkerten die Angstlustigen schon am Nachmittag Züge und Bahnhöfe entlang des Hellwegs. Unter dem Motto „Glaube.Liebe.Leichenschau“ lauschten sie bis tief in die Nacht den gruseligen Erzählungen namhafter Autoren wie Kristina Ohlsson, Edith Kneifl, Kai Hensel und Paul Cleave.

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An Bord des Hellweg Crime Express ließen unter anderem die Krimi-Cops, sechs waschechte Polizisten und begeisterte Autoren, ihr Ermittlerduo Struller und Jensen auf das Publikum los. Mit viel schwarzem Humor entführten die Rheinländer ihre Zuhörer in den Düsseldorfer Hafen, düstere Altstadtspelunken und lärmige Partykneipen. Einen gänzlich anderen Schauplatz wählte Autor Sascha Gutzeit: Die Handlung seiner exklusiv für die ExtraFahrt! verfassten Kurzgeschichte „Stirb schnell im Hellweg Express“ spielt in der Regionalbahn zwischen Dortmund und Soest. Das gebannt lauschende Publikum befanden sich somit direkt am Ort des Verbrechens. Dort wurde nicht nur gemordet, sondern auch gestohlen, denn mit Langfinger Archie Clapp trieb ein Meister seines Fachs sein Unwesen. Glücklicherweise befanden sich neben den Bahnschaffnern von EventComedy auch Commissaire Leclerque, Louis der Gendarm und Wachtmeister Schmitz im Personenwagen. Für die Fahrgäste bestand somit zu keinem Zeitpunkt Gefahr – sie wurden an diesem Tag sicher unterhalten. Einen besonderen Eindruck hinterließ auch der niederländische Illustrator und Autor Erik Kriek, der mit seiner düsteren Comicerzählung „In the Pines“ die Reisenden in Atem hielt. Inspiriert von klassischen US-Folksongs führte er die Fahrgäste mit seinen Geschichten an die Abgründe der menschlichen Existenz.

Heiterer ging es an den Bahnhöfen der ExtraFahrt! zu: Neben den Autoren sorgten Walkacts, Komödianten, Musikern und Bands für mitreißende Unterhaltung. Sie wurden mit lautem Gelächter und großem Beifall bedacht. Bei Mitmachaktionen feierten Nachwuchsspürnasen ihre ersten Fahndungserfolge, regionale wie internationale Autoren präsentierten ihre aktuellen Fälle. Vor allem in Unna, „Hauptstadt“ des Krimifestivals „Mord am Hellweg“ herrschte reger Andrang.

Am Ende eines rundum gelungenen Tages traten die zufriedenen Besucher mit gestilltem Blutdurst ihre Heimreise in den Regionalzügen an. Wer noch nicht genug hat: Das Krimifestival "Mord am Hellweg" läuft noch bis in den Dezember hinein. Termine und Infos unter www.mordamhellweg.de.

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