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Hintergrundinformationen zum NRW-Fahrplanbuch

Alle Bahnverbindungen in Nordrhein-Westfalen werden im NRW-Fahrplanbuch gesammelt. Das Kursbuch erscheint jährlich zum Fahrplanwechsel.

NRW-Fahrplanbuch 2015

Das NRW-Fahrplanbuch ist die gedruckte Alternative zur Online-Fahrplanauskunft. Nahverkehrsnutzer in NRW finden darin alle Linien des Eisenbahnverkehrs in NRW übersichtlich aufbereitet.

Die Publikation kann hier in gedruckter Form bestellt oder als kostenlose PDF-Variante heruntergeladen werden.

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Ausgangslage

Ein „Kursbuch“ fasst sämtliche Fahrplantabellen, insbesondere die der Eisenbahn eines Landes oder einer Region, in Buchform strukturiert zusammen. Seit der Gründerzeit des modernen öffentlichen Verkehrswesens stellte es ein wichtiges gedrucktes Informationswerkzeug für die Angebotsplanung, die Erteilung von Fahrplanauskünften durch das Personal sowie für häufige Bahnnutzer dar.

Seit dem Fahrplanjahr 2010 (ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009) gibt die Deutsche Bahn als größtes Verkehrsunternehmen in Deutschland kein Kursbuch mehr heraus und veröffentlicht ihre Fahrpläne für die Kundeninformation vor Fahrtantritt im Wesentlichen online. Vor allem durch die Verbreitung der Fahrplanauskunft im Internet ging seit 2000 die Zahl der von der Deutschen Bahn abgesetzten gedruckten Kursbücher immer weiter zurück. So erschien zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 das letzte Kursbuch als Jubiläumsausgabe mit Goldrand und festem Einband in einer Auflage von nur noch 3.200 Stück.

Während die Fahrplanauskunft im Internet den Informationsbedarf von Fernreisenden umfassend abdeckt, hinterlässt die Einstellung des DB-Kursbuchs in einem polyzentrischen Regionalverkehrsnetz wie in Nordrhein-Westfalen mit verschiedenen Wegealternativen von A nach B eine Informationslücke bei den Fahrgästen im Nah- und Regionalverkehr.

Akteure

Das Kompetenzcenter Marketing NRW (KCM) hat darauf reagiert und mit dem Landesarbeitskreis Nahverkehr NRW (Kooperation der SPNV-Aufgabenträger, Verkehrsverbünde und Verkehrsunternehmen unter Moderation des Verkehrsministeriums NRW) die Verlegung eines gedruckten NRW-Fahrplanbuchs auf den Weg gebracht. In diesem werden alle Nahverkehrszüge in NRW verzeichnet und die entstandene Informationslücke geschlossen. Die Herstellung des NRW-Fahrplanbuchs wird durch das Verkehrsministerium des Landes NRW finanziell unterstützt.

Im Gegensatz zu klassischen Fahrplantabellen der Eisenbahnen ist das neue NRW-Fahrplanbuch entlang der SPNV-Linien-Nummern des Integralen Taktfahrplans NRW (NRW-Takt) gegliedert. Dies bietet folgende wesentliche Vorteile:

  • Durch die stringente Vertaktung aller SPNV-Linien können durch Hinweise wie „usw. alle 60 Minuten“ Fahrten in der Darstellung ausgelassen und damit ein seitensparendes Tabellenlayout erzielt werden.
  • Im Gegensatz zu den Tabellennummern der Kursbücher (so genannte „Kursbuchstrecken“) sind die Liniennummern der SPNV-Linien bei den Kunden deutlich bekannter.
  • Die Aufteilung der Liniendarstellung in Verkehrstagegruppen „Montag-Freitag“, „Samstag“ und „Sonn- und Feiertag“ ermöglicht den Verzicht auf komplizierte Verkehrstagekennungen in den Fahrplantabellen.

Die Fahrplandaten werden durch den Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) in einer Datenbank gepflegt und mit einem speziellen Tool zur Generierung von Fahrplantabellen in das bekannte Layout des NRW-Fahrplanbuchs gesetzt. Trotz technischer Hilfen stellt die Aufbereitung der Fahrplandaten für den Tabellendruck einen erheblichen Nachbereitungsaufwand dar, um beispielsweise gelegentliche Linienwechsel von einzelnen Zügen oder Durchbindungen von Zuglinien korrekt in den Tabellen darzustellen.

Das Fahrplanbuch kann online auf dieser Webseite bestellt oder als PDF-Variante heruntergeladen werden. In personenbedienten Verkaufsstellen der DB ist das Fahrplanbuch ebenfalls erhältlich.

Probleme und Aufgaben

Die Bedeutung der elektronischen Auskunftssysteme für die Fahrgastinformation ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Mobiltelefone mit Internetzugang bieten Kunden Fahrplaninformationen vor Fahrtantritt („pre-trip“) sowie Echtzeitinformationen (inkl. Verspätungs- und Störungsmeldungen) während der Fahrt („on-trip“). Doch kann die selektive Abfrage einer elektronischen Datenbasis stets nur Auszüge des Fahrplanangebots vermitteln, wogegen durch gedruckte Unterlagen die Angebotsstrukturen deutlich schneller erfassbar sind (z. B. Taktangebot der Linie oder Fahrplanneuerungen). Gerade für die regelmäßige Nutzung zur Auskunft oder zur Planung von Angeboten (Vielfahrer, Mitarbeiter in Verkehrsunternehmen) wird die tabellarische Übersicht einer ÖPNV-Linie in gedruckter Form weiterhin eine gewisse Bedeutung behalten. Deshalb ist davon auszugehen, dass gedruckte Medien auch langfristig in der Fahrgastinformation vor Fahrtantritt („pre-trip“) eine Rolle spielen werden.

Neben Nordrhein-Westfalen haben die SPNV-Aufgabenträger in mehreren anderen Bundesländern, beispielsweise Bayern und Baden-Württemberg, begonnen, in Eigenregie landesweite Fahrplanbücher herauszugegeben.

Auch die Verbünde und Verkehrsgemeinschaften müssen Strategien entwickeln, wie man zukünftig mit der Frage gedruckter Fahrplanbücher umgehen wird, da auch hier deutlich weniger Exemplare abgesetzt werden als vor dem Internetzeitalter. So hat beispielsweise der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr seinen zentralen Versand der lokalen Stadtfahrpläne aufgegeben. Um Informationslücken für Kunden zu vermeiden, sollte die Bereitstellung des Fahrplanbuchs bzw. aller Linientabellen zum Download im Internet eine Mindestanforderung darstellen.

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