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SPNV-Qualitätsbericht

Der Qualitätsbericht zum Schienenpersonennahverkehr in Nordrhein-Westfalen erscheint jedes Jahr. So lassen sich Qualitätsverbesserungen objektiv nachverfolgen.

Der SPNV-Qualitätsbericht NRW 2014

Jährlich wird gemessen, wie sich das Qualitätsniveau im Nahverkehr auf der Schiene entwickelt hat. Der Qualitätsbericht gibt Auskunft, ob definierte Standards – z. B. bei Service und Sicherheit – eingehalten wurden oder ob neu eingeführte Maßnahmen erfolgreich waren. Inhaltlich liegen ihm größtenteils objektiv messbare Daten zugrunde. Dazu zählen beispielsweise die Pünktlichkeit der Verkehrsmittel oder Zugausfälle. Diese Werte ergeben sich aus den Liefernachweisen der Eisenbahnverkehrsunternehmen. Seit 2009 weist der Bericht auch aus, wie es um die Leistungsfähigkeit der Eisenbahninfrastruktur in NRW steht.

 

Der aktuelle SPNV-Qualitätsbericht 2014 ist hier in Kurzfassung und Langfassung zum Download verfügbar.

 

 

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Ausgangslage

Mit der Aufstellung eines jährlichen SPNV-Qualitätsberichts sollen die qualitätsrelevanten Daten der SPNV-Aufgabenträger in NRW zusammengefasst dargestellt und ausgewertet werden. Der erste landesweite Qualitätsbericht beschreibt das Qualitätsniveau des Jahres 2004. Die bislang veröffentlichten SPNV-Qualitätsberichte stehen in der Rubrik News & Downloads im Downloadcenter unter Qualität, Sicherheit & Service zur Verfügung.

Der landesweite Qualitätsbericht beschränkt sich bei der vergleichenden Darstellung der Betriebsqualität notwendigerweise auf die Dokumentation von Pünktlichkeit und Zugausfällen, da die Datengrundlage in den einzelnen Räumen aufgrund unterschiedlicher Verkehrsverträge mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen sehr heterogen ist und einen landesweiten Vergleich mit anderen Qualitätskriterien bislang nicht zulässt. Auch der Vergleich der Qualitätskriterien Pünktlichkeit und Zugausfall ist zwischen den SPNV-Aufgabenträgern nur eingeschränkt möglich, da die unterschiedlichen vertraglichen Regelungen berücksichtigt werden müssen. Beispielsweise liegen die Toleranzwerte für die Pünktlichkeit je nach Verkehrsvertrag zwischen 0 und 5 Minuten. Im Qualitätsbericht 2009 bleiben zum ersten Mal die vertraglich vereinbarten Toleranzzeiten unberücksichtigt. Stattdessen wird für alle Linien eine einheitliche Toleranzzeit von 3:59 Minuten angesetzt. Damit sind die Pünktlichkeitsquoten der einzelnen Linien miteinander vergleichbar.

  • Pünktlichkeit: Das Verspätungsniveau aller NRW-Nahverkehrslinien im Jahr 2014 hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert. Die Verspätungsquote der RE-Linien ist von 17,8% im Jahr 2013 auf 17,6% im Jahr 2014 leicht gesunken. Besonders hoch liegt die Quote bei den langlaufenden RE-Linien 5 Emmerich – Koblenz (33,6%, -0,8%), 1 Aachen – Paderborn (30,7%, -1,4%), 6 Düsseldorf – Minden (29,5%, +1,3%) und 7 Rheine – Krefeld (27,1%, -0,2%). Leicht gestiegen ist die Verspätungsquote der RB-Linien um 0,3 Prozentpunkte auf 10,5%. Besonders verspätungsanfällig sind hier die RB-Linien 69 Münster – Bielefeld (25,2%), 71 Bielefeld – Rahden (24,5%) und 68 Münster – Rheine (24,5%). Die Verspätungsquote der S-Bahn-Linien (Rhein-Ruhr/Köln) ist um 0,3 Prozentpunkte gesunken und weist nun einen Wert von 7,9% auf. Besonders die niedersächsischen S-Bahn-Linien mit Zielen in NRW weisen mit 19,3%  eine erhöhte Verspätungsquote auf. Um detaillierte Aussagen über das Zustandekommen der Unpünktlichkeit zu treffen, wird wie im Vorjahr eine Auswertung der Pünktlichkeitsquoten einzelner Streckenabschnitte über feste Messpunkte herangezogen. Insbesondere bei langen Linienverläufen zeigen sich starke Schwankungen in der Pünktlichkeit. Gründe sind meist stark frequentierte Trassen und die Abhängigkeit von der Pünktlichkeit im SPNV-Fernverkehr.
  • Zugausfall: Seit dem SPNV-Qualitätsbericht 2007 werden neben den nicht vorhersehbaren auch die vorhersehbaren Zugausfälle dokumentiert. Diese Herangehensweise folgt der Auffassung, dass auch planmäßige Ausfälle (z.B. Schienenersatzverkehr wegen Bauarbeiten) zu Qualitätseinbußen führen (zusätzlicher Umstieg, verlängerte Fahrzeit, Komforteinbußen). Das Jahr 2014 war aufgrund zahlreicher Baumaßnahmen von einer vergleichsweise hohen Ausfallquote geprägt. Durch notwendige Streckensperrungen oder die eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit einzelner Gleise kam es vermehrt zu unvermeidbaren Zugausfällen. Neben den Baumaßnahmen im Zuge der Inbetriebnahme der Elektronischen Stellwerke (EStw) in Duisburg und Wuppertal ist vor allem die frühjährliche Sperrung der Hohenzollernbrücke in Köln zu nennen. Die Quoten der nicht vorhersehbaren Zugausfälle haben sich gegenüber 2013 fast verdoppelt. Neben punktuell verspäteten Zügen führten im Jahr 2014 insbesondere der Pfingststurm Ela und die Streikphasen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer im Herbst zu dem deutlichen Anstieg der nicht vorhersehbaren Zugausfälle.

Neben der Betriebsqualität wird im Qualitätsbericht auch die landesweite Infrastrukturqualität erfasst.

  • Schienennetz: Um eine umfassende Datengrundlage über die Leistungsfähigkeit der Eisenbahn-Infrastruktur in NRW zu erhalten, wird seit 2009 der Zustand des SPNV-Netzes anhand des „Verzeichnisses der örtlich zulässigen Geschwindigkeiten (VzG)“ sowie der „Verzeichnisse der Langsamfahrstellen (La-Verzeichnis)“ der Infrastrukturbetreiber analysiert. Dokumentiert sind die Ergebnisse für das Jahr 2009 in einem separaten Netzzustandsbericht (2-teilig) sowie seit 2010 im SPNV-Qualitätsbericht. Die monatliche Auswertung der La-Stellen in 2014 hat ergeben, dass sowohl die Anzahl als auch die Länge der La-Stellen im Vergleich zum Vorjahr abgenommen haben. Die Ergebnisse zeigen seit Beginn der Analyse im Jahr 2009 die geringsten Beeinträchtigungen. Im Jahr 2014 ist erstmals im Durchschnitt weniger als 1 % des gesamten NRW-Streckennetzes von La-Stellen betroffen. In den Qualitätsberichten seit 2010 werden neben der Ursache für die Einrichtung der La-Stellen auch die Planungsstände für deren Beseitigung aufgeführt.
  • Verkehrsstationen: Neben dem Zustand des Schienennetzes ist im Jahr 2014 wie im Vorjahr auch das Erscheinungsbild der Verkehrsstationen hinsichtlich der Kriterien Funktion, Sauberkeit und Graffiti erhoben und bewertet worden. Demnach weisen derzeit 79 der 752 untersuchten Stationen ein nicht akzeptables Erscheinungsbild auf. Der Anteil dieser Stationen ist damit von 19% im Jahr 2013 auf 13% gesunken.

Weiterhin informiert der landesweite Qualitätsbericht über die in Ausschreibungsverfahren vergebenen SPNV-Netze in NRW und gibt weitere Einblicke zur Qualität im SPNV in NRW (z.B. Auswertungen der Schlichtungsstelle Nahverkehr zu eingegangenen Kundenbeschwerden, Kundenzufriedenheit im SPNV).

Akteure

Das Land NRW hat im Jahr 2004 die Erstellung eines jährlichen Qualitätsberichts für den SPNV in NRW initiiert und unterstützt seitdem die Erstellung der landesweiten Qualitätsberichte.

Die Federführung für die Erstellung der landesweiten Qualitätsberichte zur Betriebsqualität lag bis zum SPNV-Qualitätsbericht 2010 beim VRR.

Das Kompetenzcenter ITF NRW, angesiedelt beim NWL am Standort Bielefeld, hat im Auftrag des Landes in Zusammenarbeit mit VRR und NVR den Netzzustandsbericht NRW 2009 und den SPNV-Qualitätsbericht NRW 2010, Teil 1: Langsamfahrstellen-Monitoring erstellt.

Seit 2011 ist das Kompetenzcenter ITF NRW mit der Erstellung des gesamten SPNV-Qualitätsberichtes NRW betraut.

Die SPNV-Aufgabenträger VRR, NVR und NWL veröffentlichen für ihr Verbandsgebiet regionale Berichte zur SPNV-Qualität, die teilweise eine weitergehende Differenzierung aufweisen. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Berücksichtigung "weicher" Kriterien, die durch „Profitester“ und Kundenzufriedenheitsuntersuchungen erhoben werden, die die Qualität der Fahrgastinformation, den Zustand der Fahrzeuge, das Zugbegleitpersonal und die Situation an den Bahnhöfen betreffen. Darüber hinaus erstellen VRR und NVR zur Qualität der SPNV-Stationen jährlich einen eigenständigen Stationsbericht.

Probleme und Aufgaben

NRW ist noch entfernt von zufriedenstellenden Pünktlichkeitswerten (Zielmarke: 95% und besser). Fest verankerte Qualitätsstandards der Verkehrsverträge, die Pönalen (Vertragsstrafen) bewehrt sind, haben in den vergangenen Jahren jedoch wesentlich dazu beigetragen, das Qualitätsniveau im SPNV zu steigern. Das lässt sich NRW-weit im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der im Wettbewerb vergebenen Linien und Teilnetze beobachten.

Darüber hinaus sind weitere maßgebliche Investitionen in die Schieneninfrastruktur notwendig, die durch den Mischbetrieb von Fern-, Nah- und Güterverkehr punktuelle Engpässe aufweist und so oftmals einem reibungslosen Betriebsablauf entgegensteht. Einen Beitrag zur Ermittlung von Mängeln in der Infrastruktur können der für das Jahr 2009 zum ersten Mal erarbeitete Netzzustandsbericht NRW sowie die in Folge veröffentlichten SPNV-Qualitätsberichte leisten.

Insbesondere die Sanierung der Brückenbauwerke muss in den kommenden Jahren im Mittelpunkt stehen. So sollen etwa 1.900 der insgesamt 4.300 Brücken in NRW dringend sanierungsbedürftig sein.

Die Fortführung der Modernisierungsoffensive der Verkehrsstationen (aktuell MOF 2) trägt dazu bei, die Stationsqualität flächendeckend zu steigern.

Auch ist auf Grundlage der linienspezifischen Ergebnisse der Qualitätsberichte die Disposition an den neuralgischen Knotenbahnhöfen durch die Infrastrukturbetreiber zu überprüfen, um beispielweise im Verspätungsfall auf klar definierte Regularien der Betriebsdurchführung zurückgreifen zu können.

Zur Verbesserung der Qualität im SPNV rückt der Abbau des zunehmenden Personalmangels im Fahrbetrieb immer stärker ins Blickfeld. So sind verstärkt auftretende nicht vorhersehbare Zugausfälle festzustellen, die durch den Ausfall von Triebfahrzeugführern sowie Fahrdienstleitern bedingt sind.

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