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Bahnhofsoffensive

Seit dem Jahr 2000 sorgt die Bahnhofsoffensive dafür, dass die Bahnhöfe in NRW schön, sicher und sauber sind. Das gilt nicht nur für die großen Hauptbahnhöfe, sondern auch für die kleinen Haltepunkte.

Ein einladender Bahnhof ist das beste Aushängeschild für den Schienenpersonennahverkehr. Nachdem zunächst viele große Bahnhöfe modernisiert wurden, folgten auch die kleineren Bahnhöfe. Die Bahnhofsoffensive entstand im Jahr 2000 aus der Zusammenarbeit des Landes NRW mit der DB Station & Service AG. Die Modernisierung bezieht sich auf Zustand und Ausstattung der Bahnsteige, die Zu- und Abgangswege der Bahnsteige sowie die Empfangsgebäude. In einem ersten Schritt wurden bis 2010 bereits knapp 90 Bahnhöfe modernisiert (Modernisierungsoffensive, MOF 1). Ein zweiter Schritt (MOF 2) umfasst aktuell 117 Bahnhöfe. 35 weitere Bahnhöfe werden in einer dritten Vereinbarung bis etwa 2023 modernisiert (MOF 3). Darüber hinaus profitieren 71 Bahnhöfe auf den Außenästen des Rhein-Ruhr-Express (RRX) von Maßnahmen im Rahmen dieses Projektes.

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Ausgangslage

Zu Beginn der Modernisierungsoffensive wurden die Bahnhöfe der ersten Realisierungsstufe entsprechend ihrer verkehrlichen Bedeutung Bahnhofskategorien zugeordnet, für die mit allen Beteiligten einheitliche Ausstattungsstandards für Stationen in Nordrhein-Westfalen festgelegt wurden (Download der Broschüre Moderne Bahnhöfe, 2001). Die konkreten Maßnahmen an den ausgewählten Stationen ergaben sich aus einem Vergleich zwischen der vorhandenen Bahnhofsausstattung und den festgelegten Ausstattungsstandards. Auf dieser Grundlage wurden die erforderlichen Modernisierungsmaßnahmen für jede Station abgeleitet und geplant.

Um ein geschlossenes Erscheinungsbild der Stationen entlang einer Strecke zu erreichen und "Flickenteppiche" aus vielen einzelnen Maßnahmen zu vermeiden, wurden die Bahnhöfe bewusst streckenbezogen ausgewählt. Die Modernisierungsoffensive der ersten Realisierungsstufe (MOF 1) umfasste Bahnhöfe der folgenden Kursbuchstrecken:

  • 355 Paderborn - Holzminden (RB 84)
  • 386 Herford - Rahden (RB 71)
  • 407 Münster - Burgsteinfurt - Gronau (RB 64)
  • 416 Duisburg - Viersen - Mönchengladbach (RE 11, RB 33)
  • 431 Dortmund - Unna - Lippstadt (RB 59)
  • 440 Siegen - Altena (RE 16, RB 91)
  • 458 Wuppertal - Solingen (RB 47, heute S7)
  • 470 Köln - Bonn-Mehlem (RE 5, RB 26/48)
  • 474 (Köln-) Kierberg - Euskirchen (RE 12/22, RB 24)
  • 495 Kleve - Krefeld (RE 10)

Darüber hinaus wurden in Einzelmaßnahmen acht weitere Stationen renoviert, darunter fünf Stationen im Zweckverband Nahverkehr Rheinland, zwei Stationen im Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe sowie eine Station im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR.

Die 2008 zwischen der Landesregierung und der Deutschen Bahn vereinbarte zweite Realisierungsstufe (MOF 2) umfasst Maßnahmen an ursprünglich 108 weiteren Bahnhöfen. Die Umsetzung der Maßnahmen war für den Zeitraum 2009 bis 2015 geplant. Aufgrund geringerer Kosten bei der bisherigen Umsetzung der MOF 2 konnten im März 2014 rd. 20 Mio. € für Modernisierungsmaßnahmen an weiteren Bahnhöfen zur Verfügung gestellt werden. Anhand einer Bewertungsmatrix wurden weitere sechs Bahnhöfe mit hohem Sanierungsbedarf ermittelt (Wuppertal-Oberbarmen, Herne, Wattenscheid, Paderborn Kasseler Tor, Wuppertal-Barmen und Billerbeck) und in das Programm aufgenommen.

Drei der für die zweite Realisierungsstufe ursprünglich gewählten Bahnhöfe wurden über andere Finanzierungsinstrumente realisiert, dafür rückten sechs weitere Bahnhöfe bei insgesamt gleichem Kostenaufwand nach (Duisburg-Schlenk, Haltern am See, Hösel, Reydt Hbf, Schwelm und Hagen-Hohenlimburg). Mit Stand Januar 2016 werden im Rahmen der MOF 2 insgesamt 117 Bahnhöfe modernisiert.

Im Februar 2016 ist eine dritte Modernisierungsoffensive (MOF 3) vereinbart worden. Insgesamt wurden 35 Bahnhöfe ermittelt, die bis 2023 im Rahmen der MOF 3 modernisiert werden sollen. Die Maßnahmen sehen den Ausbau der Barrierefreiheit, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und der Informationen für die Reisenden vor.

Zwischen dem Verkehrsministerium NRW, DB Station & Service und den SPNV-Zweckverbänden ist gleichzeitig zur MOF3 eine Finanzierungsvereinbarung zur Ausbauplanung (Leistungsphase 3+4) für 71 Bahnhöfe auf den Außenästen des Rhein-Ruhr-Express (RRX) unterzeichnet worden.

Akteure

Das Verkehrsministerium NRW trägt maßgeblich zur Finanzierung der Modernisierungsoffensive bei. Gleichzeitig hat das Verkehrsministerium NRW versucht, möglichst einheitliche Ausstattungsstandards von Bahnhöfen mit vergleichbarer Verkehrsfunktion zu erreichen und wurde dabei von der Ingenieurgruppe IVV fachlich beraten.

Die DB Station&Service AG ist als Eigentümerin der Stationen verantwortlich für die Umsetzung der Modernisierungsmaßnahmen in enger Abstimmung mit allen Beteiligten des Programms.

Die in das Programm einbezogenen Strecken und Bahnhöfe werden zwischen dem Land NRW und der DB Station&Service AG in enger Abstimmung mit den Zweckverbänden ausgewählt und festgelegt. Die Zweckverbände als Aufgabenträger und Besteller der SPNV-Leistungen wirken darüber hinaus bei der Planung und Umsetzung der Bahnhofsoffensive mit. Sie bringen lokale Besonderheiten und Erfahrungen ein und koordinieren Aktivitäten der Gemeinden im Umfeld der Bahnhöfe.

Probleme und Aufgaben

In der ersten Realisierungsstufe der Modernisierungsoffensive wurden zunächst 87 Stationen fertig gestellt. Der Gesamtwertumfang betrug insgesamt rund 120 Mio. €. Das Land stellte hierfür Fördermittel in Höhe von rund 86,5 Mio. € zur Verfügung. Die Deutsche Bahn und der Bund brachten weitere 33,5 Mio. € ein. Die Modernisierungsoffensive 1 ist vollständig abgeschlossen. Der überwiegende Anteil der Bahnhöfe der MOF1 ist bereits seit 2010 modernisiert. Das Jahr der Inbetriebnahme der in die MOF 1 einbezogenen Bahnhöfe steht in einer Übersicht zum Download zur Verfügung (Stand MOF1: Januar 2016). 

Das Kostenvolumen der Modernisierungsoffensive 2 liegt bei rund 415 Mio. €. Davon stehen aus Bundesmitteln rund 278 Mio. € bereit. Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt 120 Mio. €, und die DB AG beteiligt sich mit rund 17 Mio. €. 51 der insgesamt 117 Projekte sind entweder baulich realisiert oder bereits in Betrieb gegangen. 41 Bahnhöfe werden derzeit modernisiert. Damit sind Maßnahmen an knapp 80% der einbezogenen Bahnhöfe begonnen oder fertig gestellt worden (Stand Februar 2016). Der überwiegende Anteil der Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen in den 105 ursprünglich vorgesehenen Bahnhöfen soll bis 2017 abgeschlossen sein. Die baulichen Aktivitäten an den sechs Austauschprojekten erfolgen frühestens ab 2017, an den sechs nachgerückten Projekten frühestens ab 2018. Das Jahr des voraussichtlichen Baubeginns der in der MOF 2 berücksichtigten Bahnhöfe steht in einer Übersicht zum Download zur Verfügung (Stand MOF 2: Januar 2016).

Für die Projekte der MOF 3 werden insgesamt rund 162 Mio. € bereitgestellt. Davon tragen der VRR und der NWL insgesamt 86,6 Mio. €. Die Deutsche Bahn übernimmt Kosten in Höhe von 75,2 Mio. €. Der NVR hat seine derzeit verfügbaren Investitionsmittel bereits vollständig gebunden. Daher beschränkt sich das Modernisierungsprogramm im NVR derzeit auf die Bahnhöfe an den RRX-Außenästen. Geplant sind jedoch Maßnahmen an weiteren 16 Bahnhöfen im NVR.

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt gemeinsam mit den drei Zweckverbänden Planungskosten in Höhe von 11,3 Mio. € für die Modernisierung der 71 Bahnhöfe auf den RRX-Außenästen zur Verfügung. Ziel ist es, dass die neuen Fahrzeuge des RRX im Vorlaufbetrieb ab 2018 auch die Stationen auf den Zulaufstrecken anfahren können. Außerdem sollen diese Stationen barrierefrei gestaltet und die Aufenthaltsqualität durch eine moderne Ausstattung spürbar verbessert werden.

Eine Liste der MOF3-Bahnhöfe sowie der Bahnhöfe auf den RRX-Außenästen steht hier zum Download zur Verfügung.

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