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Arbeitsmarkt ÖPNV

Rund 236.000 Beschäftigte arbeiten laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) deutschlandweit in ÖPNV-Unternehmen. Hinzu kommen 157.000 indirekte Arbeitsplätze bei zuliefernden Unternehmen. Beeindruckende Beschäftigungszahlen, die nicht von ungefähr kommen. Trotzdem muss sich die Branche für die Zukunft rüsten.

2,13 Milliarden Fahrgäste waren 2015 entgeltlich mit Bussen und Bahnen in Nordrhein-Westfalen unterwegs. Ein ausgeprägtes ÖPNV-Netz gilt als wichtiger Faktor für die Funktionsfähigkeit von Städten und beeinflusst die Lebensqualität der Einwohner maßgeblich. Heute steht Fahrgästen ein breites Dienstleistungsangebot zur Verfügung, das auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt ist. Durch ihre Arbeit ermöglichen Verkehrsverbünde und -unternehmen sowie allen voran deren Mitarbeiter der Bevölkerung eine bezahlbare Mobilität und damit in nicht zu unterschätzendem Maß eine Teilhabe an der Gesellschaft.

Aber nicht nur der soziale Gedanke macht den ÖPNV als Arbeitgeber interessant: Jobs bei Verkehrsunternehmen gelten allgemein als sichere Arbeitsplätze, da Mobilitätsdienstleister aller Voraussicht nach auch in den nächsten Jahren gefragt sind. Womöglich in einem noch größeren Maße, als es heute der Fall ist. Darüber hinaus zeichnet sich die Branche vom Lokführer über den Servicemitarbeiter bis hin zum Ingenieur oder Betriebswirt durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten aus. „Durch die veränderten Marktbedingungen entstehen zudem neue Unternehmen und neue Produkte“, sagt Sarah Martin, Geschäftsführerin der LINEARIS Beratungs-GmbH. Das führt in gewissem Maße zu einer Internationalisierung und neuen Entwicklungen in der Branche, die laut der Diplom-Betriebswirtin auf viele Arbeitnehmer attraktiv wirken. 

Fachkräftemangel und Altersstruktur

Trotz der guten Ausgangsvoraussetzungen haben Unternehmen des ÖPNV-Sektors häufig Probleme, Personal zu rekrutieren. „Die größte Herausforderung ist aktuell ganz eindeutig der Fachkräftemangel“, so Sarah Martin. Hinzu kommt die derzeitige Altersstruktur der Belegschaft – viele Betriebe suchen mit Nachdruck junge Mitarbeiter für in naher Zukunft ausscheidende Kräfte. Darüber hinaus muss sich der Verkehrssektor den Anforderungen der Zukunft stellen, wodurch ganz neue Aufgabenbereiche entstehen. Unter anderem wirkt sich die Digitalisierung grundlegend auf die Strukturen der ÖPNV-Branche aus. Die hohe Nachfrage nach Mitarbeitern in der ÖPNV-Branche macht auch die Online-Stellenbörse Schienenjobs.de deutlich: Ende September verzeichnete das Portal allein über 5.000 Jobs.   

Möglichkeiten der Personalbeschaffung

Sarah Martin berät mit der LINEARIS Beratungs-GmbH Unternehmen der Mobilitätsbranche in allen Fragen des Personalmanagements sowie der Strategie- und Organisationsgestaltung. Laut der Expertin kann gutes Personal in erster Linie über eine direkte Ansprache rekrutiert werden. Auch den digitalen Kanälen räumt sie einen besonderen Stellenwert ein: „Heute ist fast alles digital und diese digitale Welt ist eine gute Quelle für uns.“ Das wichtigste Element in der Entscheidungsfindung sei jedoch stets ein persönliches Gespräch. „Es kommt eben auch auf Faktoren wie soziale Kompetenz und emotionale Intelligenz an“, so Martin. „Nur die Kombination aus Fachkenntnis und diesen weichen Faktoren macht Unternehmen erfolgreich und fit für die Zukunft.“

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