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Theo Jansen, Koordinierungsstelle Mobilitätsmanagement (VRS) & „Zukunftsnetz Mobilität NRW“

"Die gesellschaftliche Wertschätzung für den Mobilitätsverbund wächst", sagt Theo Jansen.

Theo Jansen ist Leiter der beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) angesiedelten Koordinierungsstelle Mobilitätsmanagement für das Rheinland und der Geschäftsstelle des Landesnetzwerkes „Zukunftsnetz Mobilität NRW“. Ziel beider Institutionen ist die Förderung einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung.

Die zukünftige Mobilität ist intermodal, postfossil und smart. Mit dem „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ will das Land Nordrhein-Westfalen die Kommunen auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Mobilitätsentwicklung unterstützen. Zu diesem Zweck wurden vier regionale Koordinierungsstellen eingerichtet, die den Kommunen Beratung, Vernetzung und Qualifizierung bei der Umsetzung eines kommunalen Mobilitätsmanagements bieten. Träger der Koordinierungsstellen sind für das Rheinland der Verkehrsverbund Rhein-Sieg, für die Region Rhein-Ruhr der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, für die Region Westfalen die Westfälische Verkehrsgesellschaft in Kooperation mit der Westfälischen Provinzial und für Ostwestfalen-Lippe der Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter.

1.    Die Angebotspalette im Mobilitätssektor ist vielfältig. Wie gelingt es, die einzelnen Mobilitätsleistungen in ein Gesamtsystem zu integrieren, das den Kundenbedürfnissen entspricht?

Die gesellschaftliche Wertschätzung für den Mobilitätsverbund wächst, die multi- und intermodale Verkehrsmittelnutzung nimmt zu. Um diese Entwicklung weiter zu fördern, bedarf es eines kommunalen Planens und Handelns, dass verkehrsmittelübergreifende Angebote entwickelt und zur Verfügung stellt. Bus und Bahn, attraktive Fahrrad- und Fußwege, Carsharing und Fahrradverleihsysteme sowie Fahrgemeinschaften müssen als vernetztes System betrachtet und koordiniert werden. Natürlich sind bei dieser Entwicklung die Verkehrsverbünde und Verkehrsunternehmen zentrale Akteure. So entstehen für den Kunden bezahlbare und attraktive Mobilitätsangebote.

2.    Welche Hürden sind auf dem Weg zu einem angebotsübergreifenden Mobilitätsverbund zu überwinden? Sehen Sie explizite Hemmnisse, die diese Entwicklung momentan noch blockieren? 

Wesentlich ist die Überwindung des sektoralen Denkens und Handelns. Dies trifft sowohl für die verschiedenen Verkehrsträger, als auch für die Planungsprozesse der Kommunen zu. Außerdem überwiegt noch sehr oft das autozentrierte Denken in der Verkehrs- und Stadtplanung. Ein wichtiger Schritt ist es, eine zukunftsfähige Mobilitätsentwicklung als Querschnittsaufgabe in der Kommunalverwaltung zu begreifen. Ein kommunales Mobilitätsmanagement verbindet die konkreten Lösungsansätze aus dem Bereich der Infrastruktur, des Bau- und Planungsrechts sowie der Beratung, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu einer Gesamtstrategie.

3.    In Ihren Augen: Wie sieht die multimodale Mobilität der Zukunft aus? Und welche Rolle nehmen Ihre Institutionen bei der Realisierung dieser Vision ein?

An Mobilstationen, die flächendeckend in der Region vorhanden sind, stehen für die Kunden die verschiedenen Angebote zur Verfügung. Über ein Smartphone erfolgt die Reservierung. Die Nutzung und Abrechnung ist über ein „MultiTicket“ möglich. Das Zukunftsnetz Mobilität NRW unterstützt Kommunen dabei, nachhaltige und zukunftsfähige Mobilitätsangebote für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg fördert dieses Vorhaben stark und macht somit einen großen Schritt in Richtung Mobilitätsverbund.

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