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"Nahverkehr für alle"

02.12.2013

Interview mit dem Landesbehindertenbeauftragten Norbert Killewald über die Herausforderungen der barrierefreien Mobilität in NRW

Barrierefreiheit zahlt nicht nur auf die Bedürfnisse von älteren oder Menschen mit Behinderung ein. Im NRW-Nahverkehr gehört sie zu den zentralen Maßnahmen, den Kunden die Nutzung von Bussen und Bahnen so einfach und komfortabel wie möglich zu machen. Der Landesbehindertenbeauftragte Norbert Killewald freut sich über zahlreiche Fortschritte, sieht aber noch Handlungsbedarf für die barrierefreie Mobilität in NRW.

Busse & Bahnen NRW: Herr Killewald, erst kürzlich haben Sie sich dafür stark gemacht, dass die Deutsche Bahn den Mitnahmestopp für sogenannte Elektro-Scooter in ihren Bussen wieder aufhebt. Wie sieht’s generell aus? Kommen Gehbehinderte im NRW-Nahverkehr zurecht?

Norbert Killewald: Leider nein. Jedenfalls nicht, solange nicht alle Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen barrierefrei sind und auch beim Bus-, U-Bahn- und Straßenbahnverkehr der barrierefreie Ein- und Ausstieg nicht überall möglich ist.

Busse & Bahnen NRW: Es gibt vielfältige Behinderungen. Was wünschen sich Menschen mit Behinderung im Hinblick auf barrierefreie Mobilität?

Norbert Killewald: Wir wollen überall hinkommen und reinkommen!

Busse & Bahnen NRW: Die öffentlichen Verkehrsunternehmen in NRW haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen für die Barrierefreiheit umgesetzt. Was müsste aus Ihrer Sicht noch dringend verbessert werden?

Norbert Killewald: Die Unternehmen wissen von ihrer Verantwortung. Sie sind bereit die Investitionen zu tätigen. Gut wäre, wenn sie diese schneller fließen lassen würden.

Busse & Bahnen NRW: Die Deutsche Bahn ist stolz auf die Erfolge der Modernisierungsoffensive II. In naher Zukunft sollen 521 von 691 Bahnhöfen in NRW komplett barrierefrei sein. Wie beurteilen Sie aktuell den Zustand der Bahnhöfe in NRW?

Norbert Killewald: Die Bahnhöfe in NRW werden immer besser. Es ist aber noch Luft nach oben.

Busse & Bahnen NRW: Wie viele Menschen in NRW sind auf barrierefreie Mobilität angewiesen?

Norbert Killewald: Ich möchte Ihnen ein paar konkrete Zahlen nennen: Rund 280.000 Kinder in Kinderwagen und Buggys und rund 560.000 Eltern, die diese schieben, freuen sich über Barrierefreiheit. Ebenso wie mehr als 300.000 Rollstuhlfahrerinnen und –fahrer sowie bis zu 100.000 Begleitpersonen, die diese gerade schieben. Dazu gibt es schätzungsweise noch 450.000 Menschen mit Rollatoren, so viele wurden jedenfalls angeblich in den letzten fünf Jahren verkauft. All diese Menschen und noch viele mehr – zum Beispiel auch Seh- oder Hörbehinderte – können und werden von der Barrierefreiheit im ÖPNV profitieren. Menschen, die Barrierefreiheit brauchen, sind für den Nahverkehr eine wichtige Zielgruppe.

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