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Regionalverkehr im Metropolenformat: Den Rhein-Ruhr-Express für die Menschen auf die Schiene setzen

Foto: MBWSV NRW

Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) soll den Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen auf eine neue Stufe heben und vor allem die Pendler entlasten. Im Interview erklärt der ehemalige NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, warum das Schienenprojekt für Nordrhein-Westfalen so wichtig ist und wie die Umsetzung vorangeht.

Warum braucht Nordrhein-Westfalen den RRX?

Schon heute sind 2,4 Millionen Menschen jeden Tag im Schienenpersonennahverkehr in Nordrhein-Westfalen unterwegs und es werden immer mehr. Das ist grundsätzlich eine gute Entwicklung, führt aber zu vollen Bahnen und Stau auf der Schiene: Gerade an Rhein und Ruhr läuft der Regionalverkehr am Limit und oft genug darüber hinaus. Aber auch in den anderen Teilen des Landes steigen die Fahrgastzahlen beständig an. Die Menschen wollen und müssen immer mobiler sein. Unsere Aufgabe ist es, auch in Zukunft für ein leistungsfähiges und attraktives Angebot auf der Schiene zu sorgen – vor allem für die hunderttausenden Pendler im Land. Dieses Angebot wird der RRX sein: auf der Kernstrecke von Köln über Düsseldorf ins Ruhrgebiet bringt er einen echten 15-Minuten-Takt. Über Außenäste werden zudem fast alle Teile des Landes angeschlossen und profitieren von deutlich besseren Verbindungen. Das ist Mobilität wie sie die Menschen im größten Ballungsraum Europas wirklich brauchen.

Welche Bedeutung hat der RRX für das Land?

Nüchtern betrachtet, ist der RRX zunächst mal das größte Schienenprojekt in Nordrhein-Westfalen. Der Bund plant nur für den notwendigen Gleisausbau Investitionen von rund 2,5 Milliarden Euro. Dazu kommen die neuen Fahrzeuge, die Maßstäbe beim technischen Standard und beim Komfort setzen werden. Große Teile der Wertschöpfung bleiben dabei im Land. Das sind wichtige Impulse für die Wirtschaft. Natürlich ist der RRX auch Stauvermeider, Klimaschützer, Innovationsmotor. Vor allem aber ist er Mutmacher! Vom RRX geht ein klares Signal in Richtung Zukunft aus: für das Zusammenrücken der Metropole Rhein-Ruhr, für die wachsende Nähe von Rheinland und Westfalen, für ein mobiles, dynamisches NRW, das anpackt und gestaltet – auch Großprojekte, an denen andere Regionen verzweifeln.

Wie weit ist die Umsetzung des Projekts?

Wichtige Schritte sind gemacht: Der Bund hat sich mit seinem neuen Verkehrswegeplan klar zum Projekt bekannt. Die Maßnahme steht im „Vordringlichen Bedarf Engpassbeseitigung“ (VB-E). Damit zählt der RRX zu einem von bundesweit nur sechs Projekten, die bis 2030 vorrangig verwirklicht werden. Die Weichen für den Ausbau der Infrastruktur sind also gestellt. Mit dem kürzlich in Köln erfolgten Spatenstich haben wir den Startschuss für den Umbau eingeleitet. Auch die Konstruktion der Fahrzeuge läuft bereits. Die Aufträge für den späteren Betrieb sind vergeben. Bis alle RRX-Linien fahren, ist es aber sicher noch ein weiter Weg. Dabei wollen wir die Menschen im Land mitnehmen und sie jederzeit umfassend informieren, zum Beispiel über den besseren Lärmschutz, den der RRX vielerorts mit sich bringt. Das ist allen Verantwortlichen wichtig, denn natürlich ist ein Großprojekt wie der RRX erklärungsbedürftig.

Von welchen Verbesserungen profitieren die Fahrgäste bereits vor dem Abschluss des Infrastrukturausbaus?

Ende 2018 startet der Vorlaufbetrieb für den RRX. Dann gehen nach und nach die neuen RRX-Züge auf die Strecke. Für die Fahrgäste im Regionalverkehr bedeutet das unmittelbar mehr Komfort und mehr Barrierefreiheit. Bis dahin werden die die Fahrpläne in Nordrhein-Westfalen schrittweise auf den künftigen RRX-Betrieb umgestellt. Schon zum letzten Fahrplanwechsel im Dezember 2016 sind dadurch mehr Zugfahrten und bessere Linienverläufe auf die Schiene gekommen. Dadurch wird beispielsweise für Fahrgäste zwischen Düsseldorf und Hamm schon heute beinahe ein 20-Minuten-Takt erreicht. Jahr für Jahr werden nun weitere Verbesserungen dazukommen.

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