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Rhein-Ruhr-Express

Mit dem Rhein-Ruhr-Express (RRX) geht es in Zukunft schneller von Köln nach Dortmund – und wieder zurück.

Alle 15 Minuten soll künftig ein Rhein-Ruhr-Express auf der Kernstrecke zwischen Köln und Dortmund verkehren. Es ist vorgesehen, dass insgesamt sechs Linien des RRX jeweils im 60-Minuten-Takt die Metropolen Nordrhein-Westfalens verbinden. Und das mit erstklassigem Komfort: Ein hohes Ausstattungsniveau und das neue Innenraum-Design machen die Fahrten für die Fahrgäste besonders bequem. Qualitativ ist der RRX zwischen dem IC/ICE und dem RegionalExpress (RE) angesiedelt. Die Kernstrecke des RRX folgt der Rhein-Ruhr-Achse  Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern sollen die Fahrzeiten vergleichbar mit denen des Fernverkehrs sein. So wird der RRX vor allem eines bieten: Premiummobilität für alle.

Weiterführende Informationen zum RRX finden Sie auch unter www.rrx.de.

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Ausgangslage

Nordrhein-Westfalen benötigt entlang seiner zentralen Siedlungsachse zwischen Dortmund und Köln dringend deutliche Verbesserungen der Schieneninfrastruktur zur Bewältigung der gegenwärtigen und zukünftigen Fahrgastströme. Gegenwärtig führen zahlreiche betriebliche Zwangspunkte des Schienennetzes zu einer relativ geringen Betriebsstabilität des SPNV, die eine optimale Ausschöpfung des vorhandenen Nachfragepotenzials im ÖPNV behindert. Der RRX umfasst den Ausbau einzelner Eisenbahnknoten, die Verbesserung der technischen Effizienz, eine Netzergänzung und den Bau von einzelnen Ausweich- und Überholungsstrecken.

Im Oktober 2006 legte das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) eine Realisierungsstudie zum RRX vor (Kurzfassung), die unter aktiver Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Deutschen Bahn AG erarbeitet wurde.

Im Einzelnen ist für den RRX ein Bedienungskonzept mit sechs Linien vorgesehen, die jeweils im Stundentakt verkehren. Einzelne Linien sollen über die zentrale Achse hinaus bis Aachen, Emmerich, Koblenz, Minden, Münster sowie zum Flughafen Köln/Bonn durchgebunden werden und auf diese Weise umsteigefreie Verbindungen von fast allen Landesteilen zur Rhein-Ruhr-Achse ermöglichen (siehe Abbildung des RRX-Liniennetzes).

Geplantes RRX-Liniennetz (Quelle: Deutsche Bahn AG, Stand: September 2014)

Vier der sechs Linien werden sich zu einem 15-Minuten-Takt auf der RRX-Stammstrecke zwischen Dortmund und Köln ergänzen. Zusätzlich entsteht ein 30-Minuten-Takt zwischen Oberhausen und Düsseldorf, der zwischen Düsseldorf Hbf und Duisburg Hbf den auf der gesamten Kernstrecke angebotenen 15-Minuten-Takt überlagert.

Entsprechend seiner Positionierung als Premiumprodukt wird der RRX keine Vorortbahnhöfe bedienen, sondern vornehmlich die Hauptbahnhöfe und andere aufkommensstarke Bahnhöfe entlang des Liniennetzes. Die Bedienung der Zwischenhalte bleibt der S-Bahn sowie ergänzenden RegionalBahn-Linien vorbehalten. Eine Besonderheit stellt Wattenscheid dar: Als Kompensation für den Wegfall der heutigen Halte der Linien RE 16/RB 40 wird der RRX hier zwei Mal in der Stunde halten.

Als Fahrzeuge sind Doppelstocktriebwagen mit einer Höchstgeschwindigkeit von mindestens 160 km/h vorgesehen. Die neuen RRX-Fahrzeuge zeichnen sich durch ein hohes Beschleunigungsvermögen aus und ermöglichen kurze Fahrgastwechselzeiten infolge der geplanten Niveaugleichheit zwischen Bahnsteig und RRX-Türschwelle.

Die Auswirkungen des RRX auf die Verkehrsnachfrage ist hoch: Durch die Verdichtung des Zugangebots, seine Beschleunigung und qualitative Verbesserung wird eine Verlagerung von mehr als 30.000 Personenfahrten pro Werktag vom Pkw zum öffentlichen Verkehr erwartet.

Im Interesse eines verbesserten Angebotes mit einer hohen Fahrplanstabilität ist ein Ausbau der Schieneninfrastruktur in Teilbereichen der Kernstrecke zwingend. Die wichtigsten Aus- und Umbaumaßnahmen sind

  • Vervollständigung der Viergleisigkeit Köln-Mülheim bis Düsseldorf-Reisholz,
  • Sechsgleisiger Ausbau von Düsseldorf-Reisholz bis Duisburg-Großenbaum,
  • Punktuelle Maßnahmen in Essen-Steele, Essen-Steele Ost und Bochum-Langendreer,Umgestaltung des Spurplanes im Großknoten Dortmund,
  • Umbaumaßnahmen an den zahlreichen Verkehrsstationen zur Verbesserung des Lärmschutzes.

Nach derzeitigem Planungsstand bedingt der RRX einen Streckenausbau mit einem Kostenumfang von mehr als 2 Mrd. Euro. Im Kernkorridor des RRX wird auch eine umfangreiche Verbesserung des Schallschutzes realisiert.

Akteure

Das Bundesverkehrsministerium, das Verkehrsministerium NRW und die Deutsche Bahn AG haben im Januar 2005 eine Rahmenvereinbarung zum Rhein-Ruhr-Express unterzeichnet und damit eine verlässliche Grundlage für dessen Planung und Realisierung geschaffen.

Unmittelbar nach Vorliegen der Realisierungsstudie zum RRX (Kurzfassung) haben Bund, Land Nordrhein-Westfalen und DB AG im Dezember 2006 eine Planungsvereinbarung zum RRX abgeschlossen, auf deren Grundlage die DB Netz AG mit der Vorentwurfsplanung zum Infrastrukturausbau für den RRX begonnen hat. Die Vorentwurfsplanung wurde dem Verkehrs-Ausschuss des Landtags NRW im Juni 2009 präsentiert. 

Im Dezember 2008 haben Bund, Land Nordrhein-Westfalen und DB AG die Rahmenvereinbarung II zum RRX im Rahmen des Masterplan Nordrhein-Westfalen unterzeichnet. Damit werden die Planungsmittel für den RRX bis zum Vorliegen des Baurechts (Abschluss des Planfeststellungsverfahrens) sichergestellt. Bund und Bahn stellen hierfür die Mittel zur Verfügung.

Auf dem Bahngipfel in Düsseldorf im März 2010 hatte der Bund bereits angekündigt, die Realisierung des Projektes so voranzubringen, dass der RRX unmittelbar nach Herstellung der baurechtlichen Voraussetzungen gebaut werden kann.

Folgender Zeitplan für die Einleitung der Planfeststellungsverfahren ist seitens der DB Netz AG geplant:

  • Planfeststellungsbereich 1 (Köln – Langenfeld): läuft seit 04/2011
  • Planfeststellungsbereich 2 (Langenfeld - Düsseldorf): in 2016
  • Planfeststellungsbereich 3 (Düsseldorf – Duisburg): läuft seit 10/2014
  • Planfeststellungsbereich 4 (Mülheim (Ruhr)): Beginn 12/2012, Ende 10/2013
  • Planfeststellungsbereich 5 (Essen – Bochum): läuft seit 11/2013
  • Planfeststellungsbereich 6 (Dortmund): in 2016.

Das Planfeststellungsverfahren konnte für den Bereich 4 im Oktober 2013 bereits abgeschlossen werden. Im Bereich 1 liegt für einen Planfeststellungsabschnitt (PFA 1.1) von insgesamt 3 Abschnitten ein Planfeststellungsbeschluss vor (Stand: 15.12.2015).

Im Dezember 2014 wurde eine Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Bundesverkehrsministerium und der Deutschen Bahn AG für den ersten Planfeststellungsbereich zwischen Köln-Mülheim und Langenfeld-Berghausen sowie für Bedarfsplanmaßnahmen im Bahnhof Dortmund geschlossen.

Die Planfeststellungsbereiche 1 – 6 (Quelle: www.rrx.de, Stand: Dezember 2015)

Weiterhin haben das Land NRW und die DB AG vereinbart, die Planungsarbeiten für den Umbau der Bahnhöfe auf den Außenästen des RRX zu beginnen. Im Dezember 2014 haben Bahn, Zweckverbände und Land die Finanzierungsvereinbarung zur Vorplanung für den Ausbau der Stationen auf den Außenästen des RRX unterzeichnet. Die Planungskosten hierfür betragen rund 5,5 Millionen Euro und werden vom Land NRW getragen. Als Priorität 1 soll gewährleistet werden, dass die Stationen der Außenäste ab Dezember 2018 angefahren werden können.

Weitere Regelungen zum RRX enthält die Verordnung zur Festlegung der Pauschalen nach §11 des Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr in Nordrhein-Westfalen (ÖPNV-Pauschalen-Verordnung – ÖPNVP-VO) vom Dezember 2012. §2 der ÖPNVP-VO verpflichtet die SPNV-Aufgabenträger als Mittelempfänger der SPNV-Pauschale zur Sicherstellung des ÖPNV-Projekts Rhein-Ruhr-Express

  • auf das Linien- und Haltestellenkonzept des RRX zwischen Köln und Dortmund hinzuwirken und

  • bei der Vergabe von SPNV-Leistungen, die in Linien des RRX aufgehen, die Fahrzeuganforderungen des RRX zu beachten.

Insgesamt 18 Fahrzeuganforderungen sind in §2 der ÖPNVP-VO im Einzelnen aufgeführt, u.a. der Einsatz von elektrischen, mehrfachtraktionsfähigen Doppelstockfahrzeugen im Zweirichtungsbetrieb, die Höchstgeschwindigkeit von mindestens 160 km/h, Mindestanforderungen an die Beschleunigung und die Bestuhlung sowie Vorgaben zur einheitlichen Farbgestaltung.

Im Juli 2013 haben das Landesverkehrsministerium und die drei nordrhein-westfälischen SPNV-Aufgabenträger den RRX-Grundsatzvertrag geschlossen, mit dem die Beschaffung von Fahrzeugen nach dem „NRW-RRX-Modell“ festgelegt wurde. Danach werden die SPNV-Aufgabenträger grundsätzlich Eigentümer der Fahrzeuge und verpachten diese dann an die Eisenbahnverkehrsunternehmen, denen nach einem Ausschreibungsverfahren der Zuschlag zur Durchführung des Betriebs erteilt wurde. Mit der getrennten Vergabe der Fahrzeugbereitstellung an einen Fahrzeughersteller nach einem Wettbewerbsverfahren (inkl. Wartung der Züge über ca. 30 Jahre) wird das Ziel verfolgt, den Wettbewerb um die Vergabe der Betriebsleistungen zu sichern, da die parallele Finanzierung der Fahrzeuge aufgrund der aktuellen Kapitalmarktsituation viele Eisenbahnverkehrsunternehmen überfordert. Zusätzlich stellt das Modell sicher, dass die Fahrzeuge einheitlichen Kriterien entsprechen und auch beim Fahrzeugeinsatz flexibel auf sich ändernde Randbedingungen (Durchtauschbarkeit der Fahrzeuge zwischen den Linien, gemeinsame Reserve) reagiert werden kann. Die neuen Züge sollen bereits ab 2018 in einem Vorlaufbetrieb auf den heutigen RE-Linien 1, 4, 5, 6 und 11 eingesetzt werden.

Die europaweite Ausschreibung der RRX-Fahrzeuge ist im Oktober 2013 gestartet. Im März 2015 hat die Fa. Siemens den Zuschlag für den Bau und die Instandsetzung von 82 RRX-Zügen erhalten.

Den Vorlaufbetrieb ab 2018 hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) im Februar 2014 in getrennten Losen ausgeschrieben (RE 1 und RE 11, RE 5 und RE 6 sowie RE 4). Fünf Bieter haben sich für den Betrieb der RRX-Leistungen beworben. Im Juni 2015 ist die Entscheidung über den Zuschlag gefallen:

  • Abellio Rail NRW wird das Los 1 (RE 1 und RE 11) mit rund 6,2 Millionen Zugkilometern pro Jahr betreiben. Der Betriebsstart ist für den RE 1 (Hamm – Dortmund – Düsseldorf – Köln – Aachen) im Juni 2020 und für den RE 11 (Düsseldorf – Essen – Dortmund – Paderborn – Kassel) im Dezember 2018 vorgesehen.
  • National Express wird das Los 2 (RE 5 und RE 6) mit rund 6 Millionen Zugkilometern pro Jahr sowie das Los 3 (RE 4) mit rund 2,4 Millionen Zugkilometern pro Jahr betreiben. Der Betriebsstart ist für den RE 5 (Koblenz – Köln – Düsseldorf - Wesel), den RE 6 (Köln/Bonn Flughafen - Köln - Düsseldorf - Essen - Hamm - Minden) und für den RE 4 (Aachen - Mönchengladbach - Hagen - Dortmund) im Juni 2019 vorgesehen.

Nach dem vollständigen Ausbau der Infrastruktur werden die heutigen 5 großen Regionalexpresslinien mit erweitertem Betriebsprogramm in den zukünftig 6 RRX-Linien aufgehen.

Probleme und Aufgaben

Zunächst muss der RRX in der Form der Realisierungsstudie des Bundes als Infrastrukturprojekt umgesetzt werden. Die DB AG wird die Planung zum Ausbau der Infrastruktur bis zur Baureife durchführen. Hierzu zählen der Ausbau der Streckeninfrastruktur für eine RRX-spezifische Wegeleitung und der Ausbau der Stationen auf der Kernstrecke und den Außenästen. Begleitend zum Ausbau der Infrastruktur muss ein Fahrplankonzept entwickelt und in den Integralen Taktfahrplan NRW eingebettet werden.

Mit der Interimsvergabe vieler langlaufender RE-Linien (u. a. RE1, RE5, RE6 und RE11) zum Dezember 2016 bis zum Beginn des RRX-Vorlaufbetriebs ab Dezember 2018 bietet sich die Gelegenheit, das derzeitige SPNV-Angebot in NRW an das Liniennetzkonzept des Rhein-Ruhr-Express anzunähern. Die damit verbundenen Arbeiten stehen unter der Überschrift „NRW-Takt 2017“.

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