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Das war die ExtraFahrt! 2017

Strahlende Gesichter trotz Regenwetter – auch in diesem Jahr sorgten die Künstler der ExtraFahrt! für Sonnenschein in Bussen und Bahnen. Mit ihrem Können, sei es komödiantischer oder musikalischer Natur, überzeugten sie die Besucher in Essen, Bochum und Oberhausen.

Einsteigen und die Fahrt durch die Nacht der Industriekultur genießen: Unsere treuen Gäste wissen, dass die ExtraFahrt! ein abwechslungsreiches Programm verspricht. Am 24. Juni verwandelten sich bereits zum siebten Mal Hauptbahnhöfe und Bahnlinien ausgewählter Städte in rollende Spielorte. Mit dem Beat der 1960er-Jahre, Hits verstorbener Musiklegenden und natürlich mit feinster Comedy und frechem Poetry Slam ging die diesjährige ExtraFahrt! über die Bühne.

Beatles-Mania in Essen

Gleich vier Coverbands weckten am Essener Hauptbahnhof Erinnerungen an die Musik der Sweet Sixties. Schon beim Soundcheck von Pete McCartney, The Barons und Co. versammelten sich schaulustige Pendler um die Bühne und warteten voller Vorfreude auf den Startschuss um 18 Uhr. Während das Wähning Willemsen Duo vor allem langsame, gefühlvolle Beatles-Songs mit Power-Stimme und Klaviermusik zum Besten gab, heizte die Rolling Stones Coverband „Starfucker“ dem Publikum gehörig ein. „Essen, ihr seid super!“, fanden auch die Paul McCartney-Tributeband Pete McCartney und „The Barons“, die in authentischen Kostümen einen Auftritt à la Beatles hinlegten. Bei den bekannten Tönen von „Eight Days A Week“ oder „Twist And Shout“ blieb kaum ein Bein ruhig stehen, laut schmetterten die Zuschauer Texte von Hits wie „She Loves You“ und „Help“.

Mitsingen erwünscht hieß es auch im Beat(les)Express auf der Linie 107. Obwohl die Straßenbahnen zwischen Essen Hauptbahnhof und Zeche Zollverein gut besucht waren, ließ sich für Akustikgitarre, Saxophon oder Akkordeon meist ein Plätzchen finden. Bei den Darbietungen der Musiker der Folkwang Universität der Künste verstummten die Gespräche, bevor sich die Begeisterung in tosendem Applaus zeigte – so hätte die Fahrt gerne länger dauern dürfen.

Bochum im Lachfieber

Lachen, bis der Arzt kommt – mittlerweile gehört es zur festen Tradition der ExtraFahrt!, dass Bochum ganz im Zeichen der Komik steht. Um die Bühne am Bochumer Hauptbahnhof versammelte sich auch in diesem Jahr schnell eine große Zuschauermenge, die begeistert den Scherzen von Comedians wie Lisa Feller, Udo Wolff und René Steinberg folgte. Nicht zuletzt sorgte auch die Spontanität der Künstler für gelungene Abwechslung im Programm, die Stimmen aus dem Publikum aufnahmen und es so selbst zum Mittelpunkt der Show machten. Maxi Gstettenbauer etwa integrierte kurzerhand einen Junggesellenabschied in seine Show und hatte damit die Lacher auf seiner Seite.

„Du hast mit Puppen gespielt? Ich hab mit Stickern gedealt!“ – Im ComedyExpress U35 begeisterte unter anderem Poetry Slammerin Luca Swieter mit amüsanten Anekdoten aus ihrer Kindheit. Bei der ExtraFahrt! fuhren zehn Wortkünstler zwischen den Haltestellen „Bochum Hauptbahnhof“ und „Herne Archäologiemuseum“ und animierten die Fahrgäste mit ihrem Programm zum Mitmachen und Mitsingen. War die Endhaltestelle erreicht, blieben viele Zuhörer sitzen und begleiteten die Künstler kurzerhand für eine weitere Fahrt, um bloß keine Geschichte zu verpassen.

Große Stimmen in Oberhausen

Auch in Oberhausen war Showtime angesagt: Whitney-Houston-Double Liza Starlight ist eigens für die ExtraFahrt! aus ihrem Heimatland Großbritannien angereist und machte die Bahnhofsvorhalle mit ihrer beeindruckenden Stimme kurzerhand zu einem Konzertsaal der Extraklasse. Mit geschlossenen Augen konnte man kurz der Illusion verfallen, der echten Whitney zu lauschen. Besonders ergreifend wurde es, als Liza den Klassiker „I Will Always Love You“ anstimmte: Besucher der Nacht der Industriekultur sowie Reisende hielten für einen Moment inne und ließen den Song Arm in Arm auf sich wirken. Und als wenn eine Whitney Houston nicht genug wäre, sorgten Joe-Cocker-Double Cees Geluk und Frank-Sinatra-Double Jens Sörensen für zusätzliches VIP-Feeling am Hauptbahnhof. Das Konterprogramm kam von den fünf Musikern der Band Glam Bam, die mit bunten Federboas und kreisenden Hüften pure Lebensfreude der 1970er-Jahre versprühten.

Ausgelassene Stimmung war auch in dem zwischen Oberhausen Hauptbahnhof und Duisburg-Ruhrort pendelnden KultExpress angesagt. Selbst wenn das Performen bei voller Fahrt für die Künstler teilweise eine Herausforderung darstellte, sorgten sie für grandiose Unterhaltung in den Waggons. So gestaltete sich die Überfahrt teils jazzig-entspannt, teils enthusiastisch und lauthals mitsingend. Am Ende des Abends waren sich die Besucher der ExtraFahrt! einig: „Wer hier nicht mitgefahren ist, der hat definitiv etwas verpasst!“.

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